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Mutter Erde : ein Versuch über Volksreligion
Entstehung
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Und findet sich nicht unter denselben Sprüchen der unter-italischen Mysten der: Γῆς παῖς εἰμι καὶ Οὐρανοῦ ἀστερόεντος,ein Satz attischer, ganz und gar nicht geheimer Volksreligion,und ist nicht in derselben Mystik die Lehre von dem xúxlosyevéбεwv zu Hause? Was ist der Kreislauf der Geburten,was ist die Seelenwanderungslehre, wie sie von den Pytha-goreern insbesondere ausgebildet wurde, anders als der Volks-glaube, den wir kennen, der auch in Griechenland, gewiß nichtnur in Attika, in einzelnen unverbundenen Bestandteilen derVolksreligion immanent existierte, konsequent weitergedachtin der, ich möchte sagen, fanatischen Logik einer asketischenMystik, wie sie bei Kirchen- und Sektenbildungen so oftwirksam gewesen ist? Aus der Volksreligion nimmt dieseMystik ihr Material. Sie bekennt dann noch z. B. in Kretaim zweiten Jahrhundert nach Christus ich bin das KindHimmels und der Erde" ¹ ,,, orphische" Poesie führt die All-mutter Erde in bestimmten Liturgien weiter. Und hierbleibt die Seelenwanderungslehre zu Hause, nachdem sieim Volksglauben mehr oder weniger abgestorben war, nurhier und da in einer Sitte festgeblieben, die niemand mehrverstand.

Wir erkennen aber nun auch nach unseren Betrachtungeneine sehr wesentliche Beziehung zwischen Mysteriendienst undVolksbrauch, wo sie miteinander gar nichts zu tun zu habenschienen: es ist schon lange immer wieder aufgefallen, warumin dem Ritual der Hochzeit und der Mysterieneinweihung dieÜbereinstimmung sich auf alle wesentlichen Punkte bezieht,ja, warum sogar die Gebräuche bei Geburt und Tod desMenschen unter sich und mit den Mysteriengebräuchen so

1 Bull. Corr. Hell. XVII 122 ff. Auf einem ganz analogen Täfelchenaus Rom heißt es seltsamerweise nur 4ios réxos. Aber freilich scheinenmir die darauf folgenden Zeichen nicht richtig gelesen, ComparettiTablette d'or portante une invocation orphique trouvée aux environs deRome, Atene e Roma 1903, p. 162, vgl. Harrison Prolegomena to the* Study of Greek Religion 673.