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Gebiete XXII bis XXV umfassen das italienische Südtirol, wovon der nörd-liche Teil noch unabhängige Bauern hat, während gegen Süden allmählich dieKolonenwirtschaft zunimmt. Im Sulzberg- und Nonsbergtale( XXII) sitzen Bauernin Einheitshäusern oder getrennten Gehöften. Im Tale des unteren Avisio, demCembra- und Fleimstale( XXIV), das letztere schon teilweise ladinisch, geht vonNorden gegen Süden die Bauern- in die Kolonenwirtschaft über. In XXIII undXXV überwiegen Kolonen. Die Häuser der italienischen Bauern sind verschieden-artig, doch überwiegt eine Form von mehrgeschossigem Haus, mit dem Stall im Hauseoder getrennt. Im Erdgeschoß ist Vorhaus und Küche, diese oft auch zugleichWohnraum, manchmal auch noch der Stall, im nächsten Geschosse sind Schlaf- undArbeitsräume, schließlich folgt unter dem Dache die Scheune für Maisbau, derenWände zinnenartig unterbrochen sind. Die Häuser sind stets gemauert und mitZiegeln gedeckt. Die Kolonenhäuser sind in der Regel kasernenartige, vom städ-tischen Eigentümer durch Baumeister ausgeführte untypische Bauten.
Gebiete XXVI und XXVII sind mit der fränkischen Hausform in Dörfernbesetzt, welche die ursprünglichen Siedler, wenn auch in einer bescheidenerenForm aus ihrer Heimat in Franken, Thüringen und dem Nordgau mitgebrachthaben. Zuerst wurden im 11. und 12. Jahrhunderte der nördliche und östliche Teilvon Niederösterreich, der südliche Streifen von Mähren, XXVI, und sehr bald auchdie angrenzenden Gebiete von Ungarn besiedelt( Abb. 11 und 12). Die Besiedlungder gerodeten Grenzwälder der Sudetenländer geschah im 12. und 13. Jahr-hunderte im großen Maßstabe durch die böhmischen Könige und großen Grund-herrschaften, zu einem großen Teile in Waldhufen( in der Karte mit WH bezeichnetAbb. 13).
Gebiet XXVIII. Der slawische Teil von Böhmen, Mähren und Schlesienwurde allmählich durch die sowohl rund herum als in Sprachinseln und in denStädten wohnenden Deutschen soweit beeinflußt, daß gegenwärtig und schon seitgeraumer Zeit die fränkische Hausform herrscht. Nur in dem östlichen Streifender Karpathen findet man noch Rauchstuben, wie im benachbarten Ungarn.
Gebiet XXIX. Südsteiermark und Krain. Mit Ausnahme des Uskokengebirgesund der südöstlichen Grenze gegen Kroatien, wo noch Rauchstuben vorhandensind, hat sich überall die fränkische Hausform Bahn gebrochen. Im slawischenUntersteiermark, dem Gebiete des bekannten Weinbaues, herrscht desgleichenfränkische Hausform mit verschiedenen den eigentümlichen Besitz- und Wirt-schaftsverhältnissen entsprechenden Änderungen.
Gebiet XXX. Die Magyaren haben seit verhältnismäßig langer Zeit diefränkische Hausform angenommen, was jedenfalls dem starken deutschen Ein-flusse zuzuschreiben ist. In den einst ganz deutschen Städten war sie seit altersherverbreitet. Unter der türkischen Herrschaft zogen sich die meisten magyarischenBauern in die dadurch außerordentlich vergrößerten Alföldstädte zurück, von woaus die Besiedlung nach Vertreibung der Türken wieder begann. Dies und die großeEinwanderung von Deutschen im 18. Jahrhunderte bewirkte die Annahme derfränkischen Hausform, welche die Slawen und Rumänen Ungarns noch nicht haben.In Nordungarn sind Deutsche schon seit dem 12. Jahrhunderte angesiedelt.
Gebiet XXXI. In Kroatien ist die fränkische Hausform fast allgemein, offen-bar eine Folge der Hausgemeinschaft, welche eine gemeinsame Küche erfordertund im ehemaligen Grenzbezirke die Folge der Einwirkung von seiten der Militär-verwaltung.
C. Rauchstubenhäuser.
Der ursprüngliche Wohnraum war nachweisbar bei allen europäischen Völkerndie Rauchstube mit dem Herde in der Mitte und dem Rauchloche oberhalb imDache mit einem mehr oder weniger verwahrten Vorraum außer der Eingangstüre.In der Abb. 14 ist bereits eine Vergrößerung dargestellt. So waren und sind noch