Karte 
Karte der österreichischen Bauernhausformen : mit Beigabe textlicher Erläuterungen
Entstehung
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Hausform angenommen, was durch blaue Streifung angezeigt ist. Ebenso ist imnordwestlichen Teil von Krain die bayrische Hausform heute bei den Slowenenzu finden, was allerdings durch Slawisierung geschehen ist. Die betreffende Flächeist rot gestreift. Die östlichen Slawen von den Kleinen Karpathen gegen Osten,also Slowaken, Polen und Ruthenen, weiters die Rumänen im Osten und Südenhatten bis vor kurzem nur Rauchstuben und sind im Übergange zur fränkischenHausform begriffen, welche man bei Nichtdeutschen eigentlich nur als Küchen-stubenhaus bezeichnen sollte, ebenso Bosnien und die Hercegowina. Südtirolist italie-nisch besiedelt und hat auch noch zum großen Teile Rauchstuben. Alle diese Rauch-stubenländer sind mit rotem Rande eingefaßt. Kleinere Rauchstubengebiete sinddurch Schraffierung und Beschreibung kenntlich gemacht. Die Grenzen der ein-zelnen Volksstämme sind hier nicht eingetragen.

2. Innerhalb der deutschen Stammesbezirke sind die wichtigsten Formen-abarten durch grüne, voll gezogene Linien gegeneinander abgegrenzt, die den einzelnenGebieten entsprechenden Grundrisse mit der zugehörigen Farbe und Gebiets-nummer bezeichnet.

3. Das Geb et des sogenannten Einheitshauses"( Wohntrakt, Stall undScheuer unter einem First vereinigt) ist durch grüne schräge Schraffierungbezeichnet.

4. Das überwiegende Vorkommen des Einzelhofes ist auf die Alpenländerbeschränkt und gegen Norden, Osten und Süden durch eine grüne punktierteLinie umfaßt. Von den Inseln des Einzelhofes im Dorfgebiete ist die der künischenFreibauern im Böhmerwalde die größte. Das italienische Südtirol hat zwar nichtdurchaus Dorfsiedlung, schon wegen der ungünstigen Bodengliederung, doch immer-hin bedeutend mehr als die deutschen Alpenländer, wo übrigens, besonders inebenen Teilen, auch Dörfer vorkommen.

5. Die Gebiete der Waldhufendörfer, durch eine grüne Strichpunktlinie ein-gefaßt. Es sind dies normale lockere Dörfer, zum größten Teile im 12. und 13. Jahr-hunderte von böhmischen Königen angelegt und mit Franken besiedelt. Auch inGalizien finden sie sich auf weiten Strecken bis Lemberg, je weiter gegen Osten,desto mehr von Polen, doch stets nach deutschem Rechte und mindestens untereinem deutschen Schultheiß( soltys) besetzt*). Sie kennzeichnen sich alle dadurch,daß der Grundbesitz jedes Hofes in einem Stücke beim Hause vereinigt ist. DasHaus ist in den westlichen Ländern stets von einer bestimmten Form, in ebenenGegenden ein Drei- oder Vierseithof, im Gebirge meist ein Streckhof( siehe Abb. 11und 13).

Verzeichnis der hier unterschiedenen Hausformen.A. Alemannisches Haus. I. Vorarlberg und Lechtal, B. Bay-rische Hausformen. II. Westtirol und Vintschgau. III. Nordosttirol.IV. Getrennte Tiroler Höfe. V. Innertirol. VI. Unteres Eisacktal. VII. Gröden.VIII. Pustertal und Oberkärnten. IX. Salzburger Pinzgau. X. Salzburger Flach-gau und Lungau. XI. Bayrischer Haufenhof. XII. Innviertelhof. XIII. Misch-formen zwischen Innviertel- und Vierseithof. XIV. Vierseithof. XV. Kreuz-hof. XVI. Oberösterreichisch- südböhmische Hausformen. XVII. Böhmerwaldhaus.XVIII. Mischformen zwischen dem oberösterreichischen Vierseithof und demfränkischen Hause. XIX. Vierseithöfe in Oststeiermark. XX. Gottschee. XXI.Kärntnerisch beeinflußte Häuser in Krain. C. Südtirolisches italienischesBauern und Kolonenhaus. XXII. Sulz- und Nonsberg. XXIII. Judikarien.XXIV. Avisiotal. XXV. Südosttirol. D. Fränkisches Haus. XXVI. Frän-kisches Haus in Niederösterreich und Westungarn. XXVII. Desgleichen in denSudetenländern. XXVIII. Fränkische Hausformen bei den Tschechen. XXIX. Des-

*) Mitteilung von H. Prof. Dr. R. Kaindl in Czernowitz.