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Karte der österreichischen Bauernhausformen : mit Beigabe textlicher Erläuterungen
Entstehung
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Karte der österreichischen Bauernhausformen.

Von Anton Dachler.

Die Darstellung der Bauernhausformen in Kartenform ist heute eine un-bedingte Notwendigkeit, um den gewaltig angewachsenen Stoff übersehen zu könnenund die weiteren Arbeiten in die richtige Bahn zu lenken. Nur dadurch kann genaufestgestellt werden, wo es noch an Stoff mangelt und Einzelarbeit nottut. Es istzwar schon möglich, die Hauptgebiete festzulegen, allein zahlreiche Grenzliniennicht nur, sondern ganze Gebiete bedürfen noch genauerer Aufklärung. Die demösterreichischen Bauernhauswerke beiliegende Karte entspricht im allgemeinenihren Zwecken, doch ist sie einzeln nicht zu beziehen und daher nur Wenigen zu-gänglich. Für das deutsche Bauernhauswerk, dem keine Karte beilag, hat DoktorWilli P e Bler eine solche angefertigt und veröffentlicht*). Sie ist sehr übersichtlichin Farben ausgeführt und enthält zur raschen Zurechtfindung für jedes Formen-gebiet die zugehörigen Grundrisse und, wenn nötig, auch Aufrisse in der Farbedes betreffenden Gebietes. Die Einteilung beruht auf dem Stammescharakter derHausformen, wie ich sie seinerzeit in derselben Weise im österreichischen Werkedurchgeführt habe. Jede andere Einteilung wäre zwecklos und auch undurchführbar,und bisher ist noch keine der von mehreren Seiten vorgeschlagenen Einteilungenauf anderen Grundlagen über den Vorschlag hinaus gekommen. Bei der Beurteilungsind selbstredend nur solche um die Mitte des vorigen Jahrhunderts schon ein-gelebte Formen berücksichtigt worden.

Die Haupteinteilung geschieht in Rauchstuben- und Küchenstubenhäuser,erstere einst die allgemeine Hausform. Die Einführung besonderer Küchen undmit Ofen heizbarer Stuben geschah zuerst in Süd- und Mitteldeutschland, bei jedemVolksstamme in verschiedener Weise, wodurch mehrere charakteristische Haus-formen entstanden. Nachdem unsere Küchenstubenhäuser sämtlich aus demDeutschen Reiche stammen, ist es angezeigt, sich möglichst an die dort angenommeneEinteilung zu halten. Schon Henning und Meitzen haben 1882 die Hausformennach Stämmen eingeteilt. Peẞler teilt jene des Deutschen Reiches, wie dieSprachen, in einen nordniedersächsischen und einen hochdeutschen Teil, welchletzterer wieder in ein mittel- und oberdeutsches Gebiet zerfällt. Darnach sollte manfränkisch nicht mehr oberdeutsch heißen, und es wäre sehr zu wünschen, daß diesenaturgemäße Teilung allgemein angenommen würde. Für uns in Österreich kommtneben der alemannischen und bayrischen Form nur die fränkische in Betracht.

Wie ich schon bei meiner früheren Karte bemerkt habe, möchte ich auchhier betonen, daß vollständige Genauigkeit bei einer solchen Arbeit eines einzelnenheute noch nicht zu erwarten und wahrscheinlich überhaupt nicht zu erreichenist. Die Bauernhäuser sind seit Mitte des vorigen Jahrhunderts in stetem Umbau

*) ,, Deutsche Erde", 1908, S. 14 ff.

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