Ethnographisches von meiner Grönlandreise
im Sommer 1906.
Von Dr. Rudolf Trebitsch- Wien.
( Unter Vorführung von Lichtbildern.)
Im folgenden erlaube ich mir über einige der Resultate meinerhauptsächlich ethnographischen Studien gewidmeten Grönlandreiseim Sommer 1906 zu berichten. Infolge der mir knapp zugemessenenZeit kann aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit gemachtwerden.
Zuerst einige Worte über meine Reiseroute: In Gemeinschaftmit Herrn Dr. Gustav Stiasny, derzeitigem Assistenten an der zoolo-gischen Station in Triest, besuchte ich in den Monaten Juni, Juliund August folgende Punkte in Westgrönland: Zuerst Fredrikshaab,Godthaab und Holstensborg in Südgrönland. Hierauf wendeten wiruns nach Nordgrönland. Hier wurden Egedesminde, Upernivik,Pröven und Umanak berührt. Von Umanak aus wurden Ausflügenach dem von Forschern so selten aufgesuchten Igdlorsuit auf derInsel Ubekjendt Eiland und zur Insel Ikerasàk gemacht. Dann ginges südwärts durch den Umanakfjord und das Waigatt über Uja-ragsugsuk auf der Insel Disco mit Berührung der AnsiedlungenSarkák, Ritenbenk, Jakobshaun, Claushaun und Christianshaabwieder nach Egedesminde und von hier nach Kopenhagen zurück.
Während unseres Aufenthaltes von nahezu 22 Monaten sam-melten wir vor allem Volkssagen und Lieder der Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag Eskimos mit demPhonographen für das Phonogrammarchiv der kaiserlichen Akademieder Wissenschaften. Ich habe übrigens außerdem noch Erzählungendurch mündliche Mitteilung festgehalten. Bis nun habe ich sie jedochnoch nicht veröffentlicht. Unsere phonographische Aufgabe warkeine allzu leichte; denn häufig hatte man gegen Schüchternheit
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