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Urania
heimisch gewesen sein muß. Jm k. f. Museum für öfterreichische Volkskunde in Wien ist ebenfalls ein solchesEremplar zu sehen. Vermutlich wird es sich mit der Zeitergeben, daß auch andere Länder Europas einschlägigeGebräuche kennen.
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auf ihre Anregung neue Abteilungen geschaffen für Elektro-techniker, Mechaniker, Schuhmacher, Kraftwagenführer undWärter für landwirtschaftliche Maschinen. Alle diese Be-rufe sind sehr aussichtsvoll.
ens Ein mächtiger Förderer des Handwerks auf demLande sind die Eisenbahnen. Wer sich dem technischenEisenbahndienste widmen will, muß notwendigerweisezuerst die Schlosserei erlernen, und die Eisenbahnwerkstättenbieten jungen Leuten Gelegenheit, sich in verschiedenenHandwerken auszubilden. Die Eisenbahnstationen blühenauf und ziehen ganz von selbst Handwerker aller Art an.So ist in den letzten Jahrzehnten allmählich auch auf demflachen Lande ein Handwerkerstand entstanden, allerdingslassen seine Erzeugnisse oft noch viel zu wünschen übrig.
Die volkskundliche Abteilung am Joanneum" inGraz enthält, wie wir schon aus diesen wenigen Zeilenentnehmen, viel des Sehenswerten und sogar mancherleiRaritäten. Die vortreffliche Anordnung der Gegenständemacht den Besuch der Sammlung für jeden Gebildetenungemein anregend und genußreich. Ich will mit demWunsche schließen, daß es dem liebenswürdigen Kustos,Dr. Viktor v. Geramb, vergönnt sein möge, sein Museumebenso schön auszubauen, als es in seiner jetzigen formangelegt ist. Es kann in Anbetracht der Persönlichkeitdes Genannten auch keinem Zweifel unterliegen, daß diesgelingen wird.Dr. Rudolf Trebitsch.
Vom türkischen Handwerk.
Von Gustav Herlt, Konstantinopel.
Einen türkischen Handwerkerstand gibt es eigentlichnur in den Städten und größeren Dörfern. Auf demLande waren die Leute ihre eigenen Handwerker. Diefrauen spannen, webten und schneiderten, die Männertischlerten, zimmerten und wagnerten, machten sich„ Tscha-riks"( Fußbekleidung aus fellen) und backten ihr Brotselbst. Die Häuser und fast das gesamte Haus- und Acker-gerät waren aus Holz, das im Walde umsonst zu habenwar. Eigentliche Handwerker waren nur die Müller unddie wenigen Schmiede. Die Landmühlen sind aufs dürftigste eingerichtet und erzeugen nur grobes Mehl. DerLandmann, der einen Sack Getreide zum Mahlen bringt,wartet gleich auf das Mehl.
Die Schmiede fehlten früher im Innern sehr. DieWagen und das Ackergerät enthielten fast gar keine eiser-nen Bestandteile. Die Räder waren runde Scheiben. Mantrifft solche Wagen noch häufig im Innern, der Krieghatte sogar zwei nach Konstantinopel verschlagen. DerMangel an Schmieden auf dem flachen Lande war einschwer zu überwindendes Hindernis für die Einführunglandwirtschaftlicher Maschinen, denn wenn daran etwasbrach, konnte niemand den Schaden gut machen und dieteuere Maschine war altes Eisen.
Schon Abdul Hamid bemühte sich, auf dem LandeSchmiede anzusiedeln. Er gründete in Konstantinopel eineGewerbeschule zur Heranziehung tüchtiger Handwerker,u. a. von Schmieden und Schlossern. Die Jungtürken sindin dem gleichen Sinne tätig. Alljährlich lassen sich eineAnzahl junger Schmiede, Schlosser, Wagenbauer usw. inder Provinz nieder, freudig begrüßt von der Bevölkerung,die ihre Dienste zu schätzen weiß. Für die Verbesserungdes türkischen Gewerbeschulwesens hat die Regierung einendeutschen und einen österreichischen Gewerbeschulfachmannberufen. An der Konstantinopler Gewerbeschule wurden
Der städtische Handwerkerstand in der Türkei hat seitden ältesten Zeiten einen guten Ruf, ja in einzelnenZweigen war er hochberühmit. So die Seidenweber, Waffen-schmiede, Kupferschmiede, Fayenceerzeuger, Steinschneider,Bernsteindrechsler u. a. Die meisten dieser Handwerke sindeingegangen oder fristen ein armseliges Dasein. Von den5000 Seidenwebern, die Damaskus einst zählte, sollennur einige Dutzend übrig geblieben sein, alle andern sinddem ausländischen Wettbewerbe erlegen. Die paar fayencen-erzeuger, die es in Kutahia noch gibt, bemühen sichehrlich, die alte Kunst neu zu beleben, aber es fehlt ihnenan Mitteln. Viele Geheimnisse und Kunstgriffe der altenMeister, insbesonders über die Farbenwirkung, sind ver-loren gegangen. Die Tschibukrohrerzeuger sind gleichfallszugrunde gegangen, weil niemand mehr Tschibuk raucht.Die Zigarette und die Wasserpfeife( Nargileh) haben ihnvollständig verdrängt. Auch andere Erzeugnisse des altentürkischen Kunstgewerbes sind aus der Mode gekommenoder verfallen der Industrialisierung.
Die Teppichknüpfer waren einst selbständige Kunst-handwerker, allmählich werden sie Heimarbeiter für kapi-talistische Unternehmer in der Stadt. Jn Smyrna, demMittelpunkte des türkischen Teppich handels, hat sich voreinigen Jahren eine englische Gesellschaft gebildet, dieOriental Glossar ::: zum Glossareintrag Oriental Carpet Manufacturers Co. Ltd., die die Wolleim großen einkauft, sie in eigenen Werkstätten waschen,färben und spinnen läßt und dann an die Teppichknüpferauf dem Lande ausgibt, die daraus nach Vorlage Teppichezu knüpfen haben. Jetzt darf die Knüpferin nicht mehrihrer Erfindungskraft freien Lauf lassen, sondern sie mußsich genau an die Vorlage halten. Unter den alten türki-schen Teppichen dürften schwerlich zwei ganz gleiche zufinden sein, unter den neuen findet man sie. Daß es zudieser Industrialisierung der Teppichknüpferei gekommenist auch in Persien sehen wir die gleiche Entwicklungist teilweise die Schuld der Knüpfer selbst. Anstatt nurgute Roh- und Hilfsstoffe zu verwenden, griffen sie zuErsatzmitteln und untergruben dadurch den guten Ruf dertürkischen Teppiche. Die Wolle wurde mit Baumwollegemischt und die dauerhaften alten Pflanzenfarben durchdie billigeren Teerfarben ersetzt. Die kapitalistischen Unter-
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