8.
Lange Zeit hindurch finden wir in der Literatur keineAngaben über das Coracle. In der Neuzeit liegt uns als erste eine1)aus dem Jahre 1775 vor. Wir erfahren von Lachlan Shaw zum ersten-mal Genaueres über die Bauart des Coracle. Er sagt:„ Lasst michdas„ Curach", da es jetzt zu einer Seltenheit wird, hinzufügen.( In diesem Abschnitt ist überhaupt von mehreren Raritäten die Rede.)Dieses Schiffsfahrzeug wurde in alten Zeiten viel benützt.....Es ist von ovaler Gestalt, drei Fuss lang und vier Fuss breit.Ein zarter Kiel erstreckt sich von vorne nach rückwärts. EinigeRippen sind kreuzweise am Kiel angebracht, und ein Ring aus gebo-genem Holze rund um den Rand des ganzen. Das ganze Gebilde istmit der rohen Haut eines Ochsen oder eines Pferdes bedeckt. DerSitz befindet sich in der Mitte. Er trägt nur eine Person, oderwenn eine zweite einsteigt, um über einen Fluss gebracht zu wer-den, so steht sie hinter dem Ruderer, sich an dessen Schulternanlehnend. In fliessendem Wasser ist ein Seil an dem Fahrzeug be-festigt, und der Ruderer hält es in einer Hand und bedient dasRuder mit der andern. Er behält das Boot in tiefem Wasser oderbringt es ans Land, wann er will. Heimkehrend trägt er das Bootauf seinen Schultern oder lässt es von einem Pferd tragen." Nunfolgt eine Erklärung des Wortes ,, curach", die sich mit der vonuns mitgeteilten deckt. Die schottische Provinz Moray entrichtnach der in dem Werke enthaltenen Karte den heutigen Grafschaften.Nairn, Elgin, Banff und Invaness zusammen. Daraus geht hervor,dass das Coracle in diesem Gebiete im 18. Jahrhundert anzutref-fen war, während es heutzutage dort nicht mehr vorkommt.
Moderne Angaben über das Coracle, meist sehr ungenau,finden sich im Bädeker Grossbritanniens im Katalog des Dubliner
1)„ History of the province of Moray", Edinbourgh 1775, S. 164 ff.