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Fellboote und Schwimmsäcke und ihre geographische Verbreitung in der Vergangenheit und Gegenwart
Entstehung
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Dr. med. et phil. Rudolf Trebitsch,

daß die Jakuten auch Kajaks besaßen, daß alsobeide Völker wahrscheinlich Fellboote vomTypus 2 und 3( die Formen des arktischenAmerika) hatten, da wir im allgemeinen diesebeiden Typen vereint vorkommend finden. Eswäre erstaunlich, annehmen zu müssen, daß esbei den Jukagiren niemals Fellboote gegebenhabe, da sie mit den Tschutschken, Kor-jäken, Kamtschadalen und Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag  Eskimos demKulturkreis der Polarvölker angehören.

Soweit ich ohne Zurateziehung russi-scher und arabischer Quellen für Asienauskommen konnte, hat sich folgendes ergeben:Im Altertum hat es Fellbooté und Felle imUrmiasee in Armenien und in Mesopo-tamien und in China bei den Tschi- Weiim Amurgebiete, möglicherweise auch inSüdarabien gegeben. In der Gegenwartgibt es Fellboote und Felle in Mesopotamien,im Gebiete des Amu Darja, im Pamir-gebiete, im südöstlichen Teile vonTibet, im südwestlichen Teile vonChina( am Hoangho), im nördlichen an denHimalaja grenzenden Indien, wahrschein-lich auch in vielen bergigen GegendenZentralasiens, die leider in der Literatur nichtnäher präzisiert sind. Dann gibt es heut-zntage bei den Tschutschken, Korjäkenund asiatischen Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag  Eskimos Fellboote, währendes im 18. Jahrhundert sicher bei den Kamt-schadalen und möglicherweise auch bei denJukagiren und Jakuten welche gegeben hat( s. Karte auf S. 177).

C. Amerika.

Die Polarvölker Asiens zeigen vielerleiBeziehungen zur Bevölkerung des arkti-schen Amerika, so auch hinsichtlich der beiihnen vorhandenen Boote. Auch hier finden wir

wieder Typus 2 in seiner Unterart, den ,, U Umiak",und den Typus 3, den Kajak.

Die für alle Polarvölker am meisten zu-treffende Beschreibung des Umiak und desKajak finden wir bei A. By han ¹), weshalb ichsie auch hier wiedergeben will:

Typus 2, Unterart Umiak.„ Sein Ge-rippe besteht aus einem ziemlich breiten ela-

1) A. Byhan,„ Die Polarvölker". Quelle undMeyer. Leipzig 1909.

stischen Kiele und biegsamen Längsrippen anden Seiten. An sie sind Querstangen, welchedie Seitenwände und den flachen Boden steifen,mit Lederriemen, bei den Tschutschken auchmit gefaserten Walfischbarten angebunden. AlsMaterialien kommen beim Bau des GestellesTreibholz und Walfischknochen zur Verwendungund der Überzug des Bootes wird aus See-hunds- oder zwei- und dreifach gespaltenenWalroßhäuten zusammengenäht. Die Länge be-trägt 7 bis 10 m, die Breite 1,5 bis 3 m, dieTiefe 70 bis 90 cm und die Tragkraft 5 bis10 Zentner. Bei den Eskimos Glossar ::: zum Glossareintrag  Eskimos heißt diesesgroße Fellboot, welches gewöhnlich nur vonden Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibern gerudert wird, Umiak, in SibirienBaidara, auf tschutschkisch auch Atkuat."

Nun die Beschreibung von Typus 3( Kajak),ebenfalls nach Byhan( ebenda):„ Der typischpolare Kajak, welcher sich von jenem( näm-lich dem Umiak) dadurch unterscheidet, daßer ein vollständiges Verdeck besitzt und ein-sitzig ist, selten zwei- oder dreisitzig( Aleuten,Port Clarence). Der Boden ist gewöhnlichflach, das Verdeck gewölbt; die Enden sindspitz, das hintere verlängert und etwas auf-gebogen; bei alëutischen Booten ist dashintere Ende senkrecht abgesetzt, das vorderein zwei Spitzen gespalten, die Breite beläuftsich auf 0,5 m, die Tiefe auf 12 bis 15 cm, dieLänge auf 5 bis 10 m, und das Gewicht auf25 bis 60, selten bis auf 100 Pfund( Nugumiut).Der Überzug wird aus 3 bis 6 Robbenfellenund zwar in rohem Zustande angenäht, damitsie beim Trocknen sich fest über das Gerüstspannen. Letzteres wird aus Treibholz, Weiden-ästen( Grönland, Alëuten) oder Walfischrippenhergestellt und besteht aus je zwei Längsrippenam Boden und am Rande, zwischen denen sich30 bis 60 Seitenstützen spreizen. An denSeitenwänden findet sich gewöhnlich nur jeeine Längsrippe, selten mehr. Das Verdeckwird von 10 bis 20 gewölbten Querhölzerngetragen. Ungefähr in der Mitte des Verdeckesist eine kreis- oder eirunde Öffnung angebracht,worin der Kajakmann sitzt. Sie ist meist voneinem hölzernen Ring umgeben, woran einanderer aus Seehundsfellen oder-darm befestigtist, der um den Ruderer luftdicht angeschnürtwerden kann... Vor und hinter dem Kajak-