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Dr. med. et phil. Rudolf Trebitsch,
fellen liegend im Fluß und dirigieren das hier-zulande„ Turssuk" genannte Objekt. Es wirdnach Schultz von den im Pamir wohnendenarischen Tadschiks verwendet. Beinahe aufallen Flüssen des westlichen Pamir werden auf-geblasene Ziegenfelle, also Typus 5, zum Über-queren der Flüsse verwendet, da sich fastnirgends Brücken vorfinden. Schultz bringtauch eine Abbildung des„ Turssuk".
Nach Karl Eugen Ujfalvy 1¹) werden inder Landschaft Kulu, d. i. ein Teil der indi-schen Provinz Rajputana, sowie im west-lichen Himalaja und in den gebirgigenGegenden Zentralasiens aneinandergenähte,
zu wünschen übrig. Hoffen wir, daß die Zu-kunft in diesem Punkte nähere Aufklärungenbringen wird. Nicht einmal die Art desbenutzten Tierfelles läßt sich aus denbisher vorliegenden Angaben ermitteln,geschweige denn die genaue topographi-sche Verbreitung des Objektes.
Typus 2 treffen wir nach Sven Hedin¹)im südöstlichen Tibet, welches an denHimalaja angrenzt, an, und zwar auf demTsangpo, einem Nebenflusse des Brahma-putra. Der Autor hat das Fellboot hier inder Umgebung des Ortes Schigatse an-getroffen. Es besteht aus einem plumpen
Fig. 12.
Fährboot aus aufgeblasenen Yakhäuten auf dem Hoangho bei Lager XXII am Austritt aus dem Dschupargebirge.( Aus Futterer, Durch Asien.)
mit Luft aufgeblasene Tierfelle benutzt, umFlüsse zu durchqueren. Dabei legt sich derBetreffende bäuchlings auf das Objekt undlenkt es mit einem kleinen Ruder über denFluß. Das Schurtz 2) entlehnte Bild einerSchwimmblase, welches wir hier bringen, istwohl von derselben Art, wie die von Ujfalvybeschriebenen Objekte. Es entspricht einemOriginal, welches nach der Information des Ver-legers im Pendschab in Nordindien auf demFlusse Bias( Fig. 11) gebräuchlich ist. Auchhier läßt die Literatur vieles an Genauigkeit
¹) Karl Eugen Ujfalvy,„ Aus dem west-lichen Himalaja", S. 43. Leipzig 1884.
2) Heinrich Schurtz,„ UrgeschichteKultur", S. 461. Leipzig und Wien 1900.
der
viereckigen, nach vorn zu verschmälertem Ge-rippe aus Zweigen und ist mit vier aneinander-genähten Häuten von Yaks überspannt. DieFelle werden nach oben hin von einem dasBootsgeländer bildenden Holzring festgehalten.
Gefahren wird mit dem Boote bloẞ strom-abwärts, während es von einem einzelnen Mannstromaufwärts getragen wird. Vier und nochmehr Personen haben darin Platz. Ein einzigerRuderer ist mit der Lenkung des Fahrzeugesbetraut. Er handhabt ein an seinem Endegabelförmig geteiltes Ruder. Zwischen denZinken der so. entstandenen Gabel ist ein Leder-stück befestigt. Sämtliche Personen- und Waren-
¹) Sven Hedin, Transhimalaja", S. 957 ff.und Abbildung auf S. 193. Leipzig, Brockhaus, 1910.