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Dr. med. et phil. Rudolf Trebitsch,
Irland und Wales beobachten. Wir entnehmen| potamien für Transporte mehrerer Personender Literatur 1), daß dieses„ Kelek" genannteFahrzeug bloß zum Übersetzen einzelner Per-sonen über den Euphrat und den Tigris beiBagdad 2) und nicht für die eigentliche Schiff-fahrt benutzt wird. Nach einer schriftlichenMitteilung des bekannten Orientalisten Glossar ::: zum Glossareintrag Orientalisten derWiener Universität, des Herrn Prof. Dr. DavidHeinrich Müller, bedeutet„ Kelek"( ein Wort,das aus dem Persischen in das Türkische über-ging) Kürbis, offenbar, weil das Boot einerhalben Kürbisschale gleicht. Aus etymologi-schen Gründen wäre es freilich auch denkbar,daß dereinst ein aus wirklichen KürbissenFig. 10.
Bau eines
Kelek".
und für die Beförderung von Waren Gerüst-boote( Fig. 10) benutzt. Sie bestehen auseinem Rutengeflecht, dessen Zwischenräumemittels Brettern und Moos ausgefüllt werden.Diesem Materiale werden dann 50 bis 300 auf-geblasene Schaf- oder Ziegenfelle untergelegt, jenach der erforderlichen Größe. So wird dannstromabwärts gefahren. Nachgerühmt wirddiesem Fahrzeuge ein sicheres Hinwegkommenüber Stromschnellen und eine außerordentlicheVerwendbarkeit bei wechselnder Strömungs-geschwindigkeit und Tiefe. Von den beidenangeführten Autoren wird die Verwendungdieser Gerüstboote bloß für denTigris erwähnt, während Freiherrvon Oppenheim¹) sie auf demEuphrat und Tigris gesehenhaben will.
( Zeichnung von Franz Frohse. Aus Lehmann- Haupt, Semiramis.)
gebildetes Floẞ in Mesopotamien, analog demKalebassenfloẞ in Amerika, vorhanden gewesensein könnte; jedoch fehlen uns über diesenPunkt alle weiteren Angaben.
Der Name„ Kelek" wird aber in Meso-potamien fälschlich auch auf Typus 4, auf dasGerüstboot, angewendet. Nach Lehmann-Haupt³) und Kaulen 4) werden in Meso-
1) Dr. Franz Kaulen, Assyrien und Baby-lonien", Freiburg im Breisgau, S. 5 und 7.
2) Dr. E. Naumann," Vom goldenen Horn zuden Quellen des Euphrat", München und Leipzig1893, im Kap.„ Euphrat und Tigris".
3) C. F. Lehmann- Haupt, das bereits erwähnteWerk, S. 18 ff.
4) Dr. Franz Kaulen, das bereits erwähnteWerk, S. 8.
Da auch Moltke 2) von demVorkommen der Gerüstboote auf demEuphrat und Tigris berichtet, sohaben wir allen Grund, folgendesanzunehmen: Typus 4 ist auf bei-den Flüssen und zwar in derenOberlauf anzutreffen. Jedochkommt das Objekt auf dem Euphratweitaus seltener vor, da dieser Strominfolge allzu heftigen Gefälles derSchiffahrt überhaupt große Hinder-nisse in den Weg legt.
Typus 5, der uns ja für Me-sopotamien auch von den altenAutoren her geläufig ist, kommt zufolge Leh-mann- Haupt 3) und Dr. C. Sandrecki 4)heute noch zum Durchschwimmen der FlüsseSandrecki beobachtete diese unter demNamen„ Burdjuk" bekannte Form auf demTigris, in der Nähe von Mosul, dem altenNinive, Moltke 5) auf dem Euphrat und
vor.
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¹) Dr. Max Freiherr von Oppenheim, VomMittelmeer zum Persischen Golf", II. Bd., S. 194.2) General Helmuth v. Moltke,„ Briefe überZustände und Begebenheiten in der Türkeiaus den Jahren 1835 bis 1839", S. 234 und 290 ff.Berlin, Posen und Bromberg 1841.
3) C. F. Lehmann- Haupt, das bereits erwähnteWerk, an den erwähnten Stellen.
4) Dr. C. Sandrecki,„ Reise von Smyrna bisMosul", I. Teil, S. 263. Stuttgart 1857.
5) Moltke, ibid., S. 290 ff.