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Fellboote und Schwimmsäcke und ihre geographische Verbreitung in der Vergangenheit und Gegenwart
Entstehung
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Dr. med. et phil. Rudolf Trebitsch,

In der Vita Columbae" von Adam-nanus( Columbans Nachfolger, gestorben 704)findet sich auch eine hierher gehörige Nach-richt. Columban lebte als Abt auf derschottischen Insel Jona gegen Ende des6. Jahrhunderts. In dem Werke heißt es inFig. 1.

Coracle aus Irland, vom Flusse Boyne.

Bd. 2, 45, S. 176: Sie( nämlich die Scoten)nahmen sich vor, die Hölzer der Wälder inKähnen und Coracles( curucis) über dasMeer zu schiffen."

Aus dieser Stelle geht hervor, daß die altenBritannen außer den Coracles auch noch Holz-kähne hatten. Nach L. Banwell1) dienten dieCoracles bloß friedlichen Zwecken, währendim Kriege hölzerne Boote verwendet wurden.

Lange Zeit hindurch finden wir in derLiteratur keine Angaben über das Coracle. Inder Neuzeit liegt uns als erste eine aus demJahre 1775 vor. Wir erfahren von LachlanShaw 2) zum erstenmal Genaueres über dieBauart des Coracle. Er sagt: Laẞt mich das» Curach», da es jetzt zu einer Seltenheit wird,hinzufügen.( In diesem Abschnitt ist überhauptvon mehreren Raritäten die Rede.) DiesesSchiffsfahrzeug wurde in alten Zeiten viel be-nutzt.....Es ist von ovaler Gestalt, dreiFuß lang und vier Fuß breit. Ein zarter Kielerstreckt sich von vorne nach rückwärts. EinigeRippen sind kreuzweise am Kiel angebracht,und ein Ring aus gebogenem Holze rund umden Rand des Ganzen. Das ganze Gebilde ist

1) L. Banwell," The ancient British Canoe",S. 59.

2) Lachlan Shaw," History of the provinceof Moray", S. 164 ff. Edinbourgh 1775.

mit der rohen Haut eines Ochsen oder einesPferdes bedeckt. Der Sitz befindet sich in derMitte. Er trägt nur eine Person, oder wenneine zweite einsteigt, um über einen Fluß ge-bracht zu werden, so steht sie hinter demRuderer, sich an dessen Schultern anlehnend.In fließendem Wasser ist ein Seil an dem Fahr-zeug befestigt, und der Ruderer hält es ineiner Hand und bedient das Ruder mit der an-deren. Er behält das Boot in tiefem Wasseroder bringt es ans Land, wann er will. Heim-kehrend trägt er das Boot auf seinen Schulternoder läßt es von einem Pferd tragen." Nunfolgt eine Erklärung des Wortes, curach", diesich mit der von uns mitgeteilten deckt. Dieschottische Provinz Moray entspricht nach derin dem Werke enthaltenen Karte den heutigenGrafschaften Nairn, Elgin, Banff und In-verness zusammen. Daraus geht hervor,daß das Coracle in diesem Gebiete im18. Jahrhundert anzutreffen war, währendes heutzutage dort nicht mehr vorkommt.

Moderne Angaben über das Coracle,meist sehr ungenau, finden sich im BådekerGroßbritanniens, im Katalog des Du-bliner Museums und in mehreren englischen

Fig. 2.

Coracle aus Wales, Carmarthen.Reisehandbüchern, so beispielsweise bei WilliamSpurell). Durch mündliche Informationen an

¹) Bädeker, Großbritannien, Leipzig 1906,S. 144, 174, 257. Science and Art museum of Du-blin, guide to the collection of Irish antiquities,Dublin 1906, S. 15. William Spurell, Aguide toCarmarthen and it's neighbourhood, S. 52. Car-

marthen 1882.