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wird: Ein kleines Kind, dessen Eltern noch leben(= rais aupaksder alten Griechen) rührt mit einem Nieswurzstäbchen( Kukudavka
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= Helleborus) das Wasser in dem zusammengetragenen Kuchenmehlan; dann erst kneten die Mädchen den Teig,während das hoch aufgehobene Kind mit dem( kathartischen) Nieswurzstabe auf die Zimmer-decke oder den Durchzugsbalken schlägt mitden Worten:» Momak i moma«(= Jünglingund Mädchen). Hier ist der Brauch sicher vonden alten Griechen beeinflußt, bei denen dieNieswurz ein alltägliches rituelles Reinigungs-mittel war( Krauß, 438; Rohde, Psyche, II, 73).Am Hochzeitsmittag kommt im schwedischenGottland der» jämte Fladen«, ein Käsefladen,als ein besonderes Gericht unter bestimmtenZeremonien auf den Tisch( Fataburen 1906 ff.).Vergl. Abbildung Fig. 9, auf der deutlich dieHochzeitsfladen sichtbar sind.
Fig. 14.Lebkuchen, Trauungsszene( 17. Jahrh.), Oberbayern.
4. Der bessere Hochzeitskuchen ist heute wohl allgemein das Fest-gebäck geworden,» Schaukuchen« oder» Prangkuchen«.( ayad, àlapávabei Lobeck, Aglaopham., 1066; siehe unten: Marzipan). Die alten Griechen hatten dazuauch noch den gemeinsam verzehrten„ Sesamkuchen", die uralte Seelenspeise. Dies warder eigentliche πλακους γαμήλιος= Hochzeitsfladen, der auch als όμορος, όμορος, ἅμορας,ópoбpa oder opopitas, apopritas( Athenaeus, Animadv., Casaub., III, 213) an derDorf- oder Sippengrenze wie unser Grenzkuchen( siehe unten) verzehrt wurde, aber nichtals Brautlauf- oder Grenzlaufkuchen, sondern als Opfer an die Grenz- und Flurgeisterzur Erhaltung guter Nachbarschaft bei gemeinsamer Grenze( opovpoc, ouopos= Grenz-nachbar). Vor der Hochzeit opferten die Athener wegen des Kinderse gens den Tritopatorenoder Ahnengeistern im dritten Geschlechte, das heißt den freigewordenen Seelen, diemit den Lüften sich bewegen, den sogenannten Vorväterchen( póñaллot). Die altenRömer bereiteten ihre mit grünen Reisern( sarmentum) gezierten Hochzeitskuchen( Mustaceum, Celsus 634) aus Mehl, Weinmost, Käse, Anis- und Lorbeerblättern und bukensie auf Lorbeerblättern; letztere waren den chthonischen Mächten geweiht; außerdemhatten sie einen conspoleum benannten Hochzeitskuchen( Lobeck, Aglaoph., 1061). InSardinien ziert noch ein grüner Lorbeerzweig den Hochzeitskuchen; im Steiermärkischensteckt ein grünes Fichtenstämmchen im Hochzeitsbrotlaib( Bl. f. hess. V. K., 1905, S. 90),gleichsam der Vegetationsgeist wie beim Maibaum des Dorfes. Bei den Esthen( imWerroschen) wird der» saaja- kak« gebacken, der auf dem Tischestehen bleibt, so lange die Feier besteht, für die sogenannten unter-irdischen Hauswirte( H. B., 15), die unter der Erde begrabenenAhnen. In Skandinavien gibt es hauptsächlich Vorkuchen( Vorback),Pfannkuchen, Roggenkuchen und Blattkuchen( H. B., 7); knopkager,sigtekager, fornkager, hvedekager, smaakager, skjenkekager, højtids-kager, søsterkager, floeske- pandekager etc. Im westlichen Dänemarkteilt die Braut unterwegs schon die Zucker- oder Hochzeitskuchen>> sukkerkager« aus, während im östlichen Teil die HochzeitsgästeSchmeerbrot auswerfen( Feilberg, I, 294, II, 20). Die Hochzeitsgabenheißen auch an manchen Orten dort>> Fon<<= isländ. fôrn Tempel-