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Gebildbrote der Hochzeit
Entstehung
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( Baumgarten, 7); an anderen Orten erhält das Brautpaar die Morgensuppeaus den Abschnitten des Brautbrotes gemacht( H. B., 137). In Rauen beiFürstenwalde( Mark) wird bei der Hochzeit nur Brot mit Butter oderSchmalz gegessen; die übrigen Speisen werden zerschnitten und verteiltund den Hochzeitsgästen nach Hause zugeschickt( H. B., 217). In Böhmenwerden von zwei Laiben Brot zwei Stücke am Hochzeitstage ab-geschnitten und den Brautleuten gegeben, die sie sorgfältig aufheben;so lange diese Brautbrotschnitten bestehen, soll das Brot in der Haus-haltung nicht fehlen und beim Backen niemals umschlagen. In derNeuroder Gegend wird das sogenannte Ränftel( Schörzel, Knustoder Aufsatz, Rindenstück) in die Kirche zur Trauung mitgenommenund dann auf einem trockenen Ort aufbewahrt, weil es vor Feuers-brunst schützt( Kühnau, 12). In Dänemark nehmen die Hochzeitsgästeeine Schnitte» Schmeerbrot« oder auch einen Kuchen in der Taschemit, wenn sie zur Kirche fahren; dann werfen sie dasselbe denKindern oder armen Leuten zu( Feilberg, II, 20). Das eben erwähnteAufheben des Brotanschnittes oder Anbisses beim Hochzeitsmahlekommt auch in Schlesien und Schwaben vor( Birlinger, II, 278;Scheible, XII, 169). Brot aus dem Hochzeitshause bringt überhauptGlück, wenn die Hand der( fruchtbaren) Braut es selbst zugeschnittenhatte( Kühnau, Mitteilungen, 32). In der Landgemeinde Grävismühlen( Mecklenburg) war es ebenfalls wie in Ostpreußen Sitte, daß den vonder Trauung heimkehrenden jungen Eheleuten, ehe sie ins Hochzeits-haus traten, ein langer, eigens hiefür gebackener Semmelweck dar-geboten wurde, wovon jedes einen möglichst großen Bissen nahm,und zwar von der Weckenspitze; dieser Abbiẞ( eigentlich der sicht-bare Mitgenuß an dem Opferbrote) wurde nach der Hochzeit nocheinmal zur Konservierung gebacken und dann als Heilmittel gegenverschiedene Krankheiten aufbewahrt und im Verwendungsfalle feinzerstoßen dem Leidenden gegeben( Kühnau, Mitteilungen, 31). InSchlesien wird eine ganze» Bäcke« frischgebackenen Brotes in dasBrautbett gepackt, das die Braut mitbringt; dann fehlt es demBräutigam nie an Nahrung; wo Brot ist, da sind auch die Seelen-geister gnädig und hilfreich( 1. eod. 33). Sobald die junge Frau inSchlesien ins Hochzeitshaus tritt, nimmt sie ein Stück Hochzeitsbrotund trägt es dreimal um den Tisch( Seelenspeisungsstätte); dieses zuerstden Seelen geopferte Brot wird aufbewahrt, schimmelt nie und wendetallen Mangel ab, wie auch das Seelenbrot der Neujahrs- und Mitt-winterszeit( s. Gebildbrote der Neujahrszeit in Z. f. ö. V. K., 1903,S. 186). In Niederfranken, Westphalen und Ostpreußen leitet oderführt man die Braut dreimal» um das Hel«(= Herdstätte, Ahnen-kultstätte); in Böhmen muß sie wenigstens an den Herd treten( Wuttke,§ 81,§ 565; Grohmann, 122). Auch in Oberbayern führteman die Braut» um das Feuer«( Schmeller- Fromann 2 I, 1045); mitdem Umzuge um die Herdstätte war sie in die Sippe und in den