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holen sich die Kinder das Hochzeitsbrot von dem Brautpaar, dasdasselbe in Körben bereithält( Meyer, B. V. L., 288, 245). Die Brautwirft dabei das Brot auch kopfüber über die rechte Achsel nachrückwärts. In Tuttlingen( Schwaben) war das sogenannte»> Gebbrot<<als Spende und Gegengeschenk für die Geldspenden der weisendenHochzeitsgäste gebräuchlich( H. B. 144). Das Auswerfen von Hochzeits-brot(» Pogadscham«= Fohaze) ist besonders bei den Kroaten undWallachen sehr üblich( W. Menzel, Symbolik s. v. Brot). In denNiederlanden werden die Nachbarsjungen mit» Mikkebrood«( eineArt Weißbrot) regaliert. Unter irgendwelchem Namen früher oderspäter erscheint das Hochzeitsbrot, das als Brotspende oft erst spätin der Nacht verteilt wird. Im Altenburgischen erhalten die amlängsten aushaltenden Tänzer um Mitternacht, wenn das Brautpaarschon zu Bett liegt, das sogenannte» Deistelbrot«, das mit Sauerteig( mhd. deismo) versetzt ist, aber gegenwärtig durch andere eßbareSachen ersetzt wird( H. B. 166; Scheible, XII, 174). Das Hochzeitsbrot,immer ein frisches, weißes Brot, ist mit roten Wachssträngen um-wunden, eine Opfergabe, welche im Schwäbischen der Ministranterhielt( Birlinger, II, 303). Bei der Gottscheer Hochzeit wird>> Werber-brot«, in welchem ein Geldstück steckt, nach Schluß der Hochzeitmit den Worten verteilt:» Für's Seitenstechen«( Vergleichende Volks-medizin, II, 30). In Dänemark erhalten auch die Spielleute innerhalbdes Hoftores als Geschenk das sogenannte» Branntweinbrot«<<( brande-vinsbrød)[ Feilberg, Danske Bondeliv, II, 17]. Bei den Südslawen liegtauf der sogenannten weißen Tafel, einem Opfertische mit blankem,weißem Tischtuch, ein Brot, das die Gäste unberührt lassen( es gehörtden Haus- oder Ahnengeistern)[ H. B., 69]. An einigen Orten derfranzösischen Bretagne segnet der Priester das mitgebrachte Weiß-brot, schneidet ein Stück ab, welches er entzweibricht und zwischenden neuen Gatten teilt( H. B., 246); eine verchristlichte Form des Seelen-brotopfers. Auf Korsika wird ein Brot,» le grazie«, am Hochzeitstag ausden Fenstern geworfen( H. B. 257), das heißt an die Geister in denLüften, um deren Huld zu gewinnen. In Schweden füllt die Brautam Hochzeitstag ihre Taschen mit Brot und verteilt dieses an alleArmen, die sie auf dem Wege zur Kirche trifft( Seligmann:» Derböse Blick«<, II, 93), damit wendet sie den Einfluß böser Geister ab.
Der gemeinsame Genuß von Brotschnitten mit Salz ist einSymbol dafür, daß das Brautpaar nunmehr in die Sippe, die einengemeinsamen Seelen- und Totenkult hat, aufgenommen ist. An diesemGenusse nimmt auch das Gespann des Brautwagens Anteil. ZwischenLech und Isar geht die Braut vor der Abfahrt von dem elterlichenHause unbegleitet zu den Pferden und füttert diese mit Brot. Aufeinen Teller legt sie für jedes Pferd eine Brotschnitte, mit geweihtem>> Gemeindesalz«< bestreut und mit Osterpalm gemengt. Hat jedes Pferdsein Stück verzehrt, so geht sie dreimal im Kreise um den Braut-