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zeit ein großer Laib Brot mit einem Kranze in der Mitte, vonallen Seiten mit roten Scheiben der Beten oder Ranne( Betavulgaris) geziert; zu ihm führt die Hochzeitsmutter die gehaubtejunge Frau, sie ermahnend, auf das Brot zu achten, damit es imHause nie daran fehle. Dann küßt die junge Frau das Brot unddarauf küssen es alle Hochzeitsgäste; erst wenn die roten Ranne-scheiben den ganzen weißen Teig vollständig rot durchdrungenhaben, entfernt man ihn( Brandenburgia, 1907, S. 402). Das täg-liche Brot erfährt hierbei kultische Verehrung. Von dem Hochzeits-brot, welches in Oberbayern und Schwaben eigens frisch gebackenwird und von dem jedem Hochzeitsgaste etwas zu seinem Tellerneben einer Sechspfennigsemmel gelegt wird, heben sich die Braut-leute etwas auf, dann haben sie niemals Mangel an Brot( Leuthen-mayer, 77). Bei deutschen Hochzeiten am Ende des 18. Jahrhunderteswurde das Hochzeitsbrot in Manneslänge dem Brautwagen nach-gefahren( Weinhold, Deutsche Frauen, 249; Argovia, 1861, 31). InIglau( Mähren) liegt vor der Braut ein Laib Brot bei dem Hochzeits-mahle; das» Schörzel«( oder Köpfl, Knust) wird abgeschnitten anddie Braut steckt eine Silbermünze hinein und dann werden die Ab-schnitte des Laibes an die vorüberziehenden Bettler verabreicht( Z. d. V. f. V. K., 1896, S. 261). In einigen Gegenden der westlichenSteiermark ist es Sitte, daß die Hochzeitsgäste während des Mahleseinen striezelförmigen Weißbrotwecken, so lang und so groß alsmöglich, daß er überhaupt in den Backofen hineingebracht werdenkann, und der an seinen beiden Enden in der Form von Hörnern( Knaufgebäck, Zimpenbrot) ausläuft, dem Bräutigam darbieten. Diesersogenannte Striezel( Weißbrotwecken) wird in soviele Teile zer-schnitten, als Gäste anwesend sind, und jeder nimmt sein Bescheidoder Anteil mit nach Hause( Z. f. Ö. V. K., 1897, S. 44). Das Gebäckwird während des Mahles in weiße Tücher gehüllt, von einem Mannehereingetragen wie eine Opferspeise. Wie auch bei der Leichenfeier,SO zog sich auch bei der Hochzeit die Austeilung des heilsamenSpendebrotes mehr und mehr aus der Kirche ins Hochzeits- undWirtshaus. In Wurmlingen bei Rottenburg brachte die Braut einenhalben Laib schneeweißen Hochzeitsbrotes, der mit einem Strangevom Wachsstock umzogen war( angeblich für den Ministranten,aber eigentlich eine Opfergabe an die Seelengeister, daher der Licht-wachsstock), noch mit in die Kirche( Birlinger, Sitten, II, 303); ananderen Orten ist es ein Butterbrot. In den thüringischen Dörfern( z. B. Niedergrundstedt) holen sich die ärmsten Frauen, die dem Braut-paar Glück wünschen, das sogenannte» Modebrot«( mit Modegewürzvermengt), das sie dann in einem Nachbarhause gemeinsam verzehren.Was hier die armen Frauen(= arme Seelen) erhalten, kommt ander-wärts den Kindern oder Dienstboten zugute. In Luchen( Baden)wird das Hochzeitsbrot unter die Kinder verteilt, in Wagsfürst( Baden)
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