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Gebildbrote der Hochzeit
Entstehung
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herum und bot den Gästen ein Körbchen mit Brötchen unter den Worten an: poyovxaxóv, súpov apsivov", das heißt: Ich bin dem Schlimmen entronnen und habe Besseresgefunden"( Plutarch, Prov., XVI, 1255); der Kultus- oder Reinigungsakt erfolgte durchden Mitgenuß an der Seelenspeise, womit man der Rache der schlimmen Geister entrinntund dafür die Huld der besseren Mächte findet.

Bei den Griechen waren die Eier als ein Totenopfer neben den Honigkuchen, dieden chthonischen Mächten gehörten, als Hochzeitsgericht verpönt. Im 17. Jahrhundertwar aber das Eier- Aufheben" unter Musik bei Hochzeiten im Hessen- Darmstädtischenüblich; ein ganz vereinzelter Brauch.

Der Mitgenuß am Hochzeitsbrot gilt fast allgemein alsglückbringend und auch als Heilbrot, nicht in erster Liniewegen seiner Form, sondern als Kultbrot. Namentlich ist das von derBraut selbst hergestellte Brautbrot eine Konzentration der Frucht-barkeitskraft, welche ihr Analogon hat in dem Umfangen der Obst-bäume mit den Teighänden der das Neujahrsbrot knetenden Hausmagd,wodurch jene fruchtbarer werden sollen. Im Hennebergischen undan der oberen Nahe wird dem zur Hochzeit einladenden Bräutigamoder der Braut ein Brotlaib angeboten, von dem sie jedem als einglück bringendes Anteil ein Stück abschneiden( Z. f. rh. V. K., II, 188).Der böhmische Bräutigam schneidet zuerst den Brotlaib an und stecktsich das» Köppl« in die Tasche; er darf es aber beileibe nicht allein oderselbst essen, sonst wird die Familie arm; es wird nach der Hochzeitdaheim mit dem Brautkranze in die Truhe( für die Hausgeister) gelegt,bis es schimmelt; schimmelt es an der unteren Seite zuerst, so stirbt(» himmelt«) die Braut( succuba) zuerst, wenn oben, dann der Bräutigam( incubus)( A. John, Sitten, 138, 148, 149). Das ist auch das niederbayrische>> Kastelbrot«<, das in einem Separatraum( Nische) oder in einem be-stimmten Wandschrank für bestimmte Notfälle als Segensbrot auf-bewahrt wird( engl. tins). Wenn im oberösterreichischen Elberstalzellzwei zusammen heiraten, so bekommt jedes ein sogenanntes Bäck-brot,» Hochzeitbrota genannt. Jeder Teil behält von dem seinigen etwasauf; dessen Stück zuerst schimmelt, der stirbt(» himmelt<<) früher( Baumgarten, 7). Von dem Hochzeitsbrot oder der Hochzeitssemmel,die man auch im Erzgebirge immer wie ein Kastel- oder Sparbrotzur Notdurft aufhebt, da es angeblich nie schimmelt, gibt man denSchwangeren etwas in die Suppe, wenn dieselben keine Eẞlustzeigen( Kühnau, Mitteilungen, 32); der Fruchtbarkeitssegen im Brotewirkt dann heilsam. Wenn die Braut in Böhmen drei StückchenBrautbrot unter das Ehebett legt, dann werden ihre Kinder guteZähne haben( Wuttke,§ 568). Bei den Wenden bekommt auch dassymbiotische Haustier etwas vom Brautbrot und dies wird auch nachder Kirchenfeier an die Leute verteilt; es bringt Wohlergehen. Manträgt Stückchen davon bei sich und soll es auch unter anderem aufden Markt mitnehmen zum Glück beim Einkaufen; es schimmeltnicht, auch wenn man es 20 Jahre lang aufbewahrt( Brandenburgia,1907, S. 401). Bei den Wielonischen Litauern liegt bei der Hoch-