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Gebildbrote der Hochzeit
Entstehung
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großen blumengezierten Löffel(» Breinlöffel«); mit diesem muß jederGast vom Reis kosten, das heißt mit den Seelengeistern in communiotreten und dadurch seine Kultpflicht diesen Sippenverstorbenengegenüber erfüllen.

Solche aus Brot oder Opferkuchen hergestellte Breiformen hattenbei den Griechen die Bezeichnung, ἐμπέλανος", ἔνθρυπτος" und ἄτταλις".Auf dem niederösterreichischen Hochzeitsmahle figuriert auchdas» Ahnl- Koch«(= Mus), nach alter Sitte einfacher hergestellt als dasbessere sogenannte Schmalzkoch; der Löffel ist dabei ebenfalls mitBlumen geschmückt in Erinnerung an das den Ahnengeistern ge-bührend dargebrachte Speiseopfer in Form des alten Seelenbreis, dasGlück einbrachte. Im Zillertal gibt es einen» Pfefferkoch«( gehackteBirnklötzchen mit Pfeffer gekocht).( H. B., 119.) In Tirol gibt esaußerdem auf Hochzeiten auch: Braut-, Gries-, Brot-, Wein ko ch,Braut-, Bach- und Plenten mus sowie Hochzeitssuppe( Brotsuppe) undSchnee milch(= Nidel).( Kohl, Tiroler Bauernhochzeit.)

In Westfalen und Mecklenburg gibt es» Timpken- Brei«( herge-stellt aus sogenanntem Timpken- Brot mit 3 bis 4 Zipfchen oderKnäufen), auch» Stuten- Brei«( aus sogenanntem Stutensemmeln),» Stutensuppe«; auf der Hochzeit von Kanaan des Meisters Bertramvon Hamburg( 1364-1415) figuriert( Fig. 7) deutlich ein Timpken- Brot( s. u.) und eine Stutensemmel( Fig. 30). In Dänemark gibt es>> risen-grød«( Reisgrütze), hvid- grød«<(= weiße Grütze) als Hochzeitsgericht,meist als letzten Gang.

Die nordische Brautgrütze( dän. brude- grød) oder Brautlaufgrütze( schwed. bröllops- gröt) war ehemals auch rote Buchweizengrütze( dän. rød- grød, boghvede- gryn), die auch von den Gästen( Sippschaft)mitgebracht wurde. Herr Hammarstedt teilt dem Verfasser gütigstmit:» Die Grütze( aus Weizenmehl, Rahm mit Eiern gekocht und oftmit Sirup anstatt Honig verziert) ist sonst in Schweden und Nor-wegen das gewöhnlichste Hochzeitsgericht gewesen. Sie wurde vonden weiblichen Gästen in oft schön gezierten» Grütze- Butten<< ausHolz als sogenannte» Förning«( føring, sending) mitgebracht( letzteresist jedenfalls ein germanischer Ausdruck für das zum Sippschafts-opfer Mitgebrachte, von dem zuerst ein Teil den Sippengeisterngeopfert wurde, während der Rest in communio verzehrt wurde) undunter Musik auf den Hochzeitstisch aufgesetzt.<<

Der Seelenbrei verwandelte sich mit der Zeit in eine gemeinsamauszulöffelnde Suppe:» Glückbrotsuppe«( Baden);» Morgens uppe<<( Alt-bayern, Schwaben, Markgräflerland), aus dem Heiratsbrote hergestelltund nach dem sogenannten Suppentanz( auch» Krauttanz«) aufge-tragen;» Brautsuppe« mit Huhneinlage( Hessen, Thüringen);» Trüll-oder Trollsuppe«, mit den Trüllklössen für die sich nach Hausetrollenden lustigen Gäste( Wöste, 59); in Koburg» Liebessuppe<<; inNürnberg» Schloppsuppe«; in Henneberg» Blutsuppe«. Im bayrischen