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Gebildbrote der Hochzeit
Entstehung
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hold, Monatsnamen, 33). In Schweden ist unterm Schwänzchen eineBlume mit Absicht untergesteckt( Feilberg, II, 6); auch in Silberberg( Böhmen) trägt das Hochzeitsspanferkel ein mit einem farbigenSeidenbändchen geziertes, für die Braut bestimmtes Schwänzchen( John, Sitten, 153); auch die Deutschen in Stecken- Iglau( Böhmen)und die Heañzen in Ungarn haben einen ähnlichen Brauch( Z. d. V.f. V. K., 1900, S. 360; Deutsche Volkskunde aus dem östlichen Böhmen,III, 3. u. 4. Heft), der einen obszönen Hintergrund hat, da das Schweine-gericht Glossar ::: zum Glossareintrag gericht der Hochzeit im 14. Jahrhundert( mnd.) ber- swel(= apri penis)hieß( Schiller- Lübben, I, 253). Es muß einmal eine Zeit gegeben haben,in der auch die Germanen den Zuchteber zeitweilig gleichsam theo-phagisch verzehrten.

b) Das Kalb, dessen Kopf mit Zitrone und Rosmarin ¹) sicherbei den Deutschen den Schweinskopf ersetzte. Kalbskopf und ge-röstetes Kalbshirn, auch geröstete Kalbshaxen, gerösteter Kalbskopf( hübsch verziert) bildeten auch in Mittenwald und Schwaben( Birlinger,II, 259) wie auch in Tirol das häufigste Hochzeitsgericht. Im oberenAllgäu kommt bei einer gewöhnlichen Hochzeit» nur was Kuh undKalb gibt auf den Tisch. Der Kalbsschlegel wird mit feierlichem» Braten- Eingeigen« begrüßt( wie sonst der Kohl). Die Rindszunge istnur in Ungarn ein Geschenk an den Geistlichen.

Die Kuh spielt in dem germanischen Hochzeitsritus eine große Rolle. Die Brautfolgte beim Übergang des Kammerwagens hinter der Bräutkuh( Oberbayern). Die Kuhwar die Mitgift des Vaters, das Brautgeld( langobard. fader- fio, an. brup-[ Edda,Grimnismal, 5]). Die Milch der Brautkuh gehört als Ehret dem Dorfpriester( Tirol).Die Hochzeitsschuhe der Braut waren aus der Haut der Opferkuh gefertigt und( nachKolbe, 100) pflegten sich die Brautleute gemeinsam auf eine Kuhhaut zu stellen bei demEhebunde.

c) Der im 17. Jahrhundert bei Hochzeiten im Hessen- Darm-städtischen übliche Tanz um einen Hammel spricht für ein hoch-zeitliches Schafopfer, das dort üblich war( Bl. f. hess. V. K., 1910, S. 195).Am Vorabend des Hochzeitsfestes schicken an der dalmatinischenKüste die eingeladenen Sippengenossen dem Bräutigam einen ab-gezogenen Hammel samt dem Kopf ins Haus; ein Lorbeerzweiglugt dabei aus dem Maul des Hammels heraus. Es ist der Lorbeerwohl ein Rest des früheren Opferschmuckes der Griechen; er hattekathartische Bedeutung. Ein Hochzeitslamm aus Butter kommt bei denBöhmen auf den Tisch( H. B., 188).

d) Der Ziegenbock ist nur in der Oberpfalz und im BayrischenWald ein Hochzeitsbraten. Bei den alten Preußen erhielt das Hochzeits-paar im Bette die Testikeln des Ziegenbockes, des Stieres oder desBären, die durch die Signatura rerum wirken sollten( Schröder:» DieHochzeitsbräuche der Esthen«<, 1888, pag. 171). Ehemals wurde dieBraut mit dem Blute des Bockes besprengt zu Fruchtbarkeitszwecken( Herrmann, D. M., 351).

1) Der Rosmarinstengel mit dem Zitronenknollen, in den jener hineingesteckt ist,erinnert etwas an die Heiratwurzel( Orchis!); island. hjônagras== Heiratsgras.