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Gebildbrote der Hochzeit
Entstehung
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vor der Hochzeit brúd- leyps- aftan, der Hochzeitsabend selbst aber brúd-leyps- kvöld. Der früher häufigste Hochzeitsmonat, der November( nachdem Weideschluß, vor der Winterstallung), ist der altgermanischeBrautlaufsmonat.1) Auf Island heißt das Hochzeitsmahl brud- kaups-veizlur( Z. d. V. f. V. K., 1896, S. 389), eine Erinnerung an die Er-werbung der Braut durch Kauf, welche Germanen und Kelten( Irländer) betätigten. Überhaupt hat der Hochzeitstag und das damitverbundene Festessen so viel eigene Namen, daß wir die Altertüm-lichkeit der ganzen Feier und die Macht der Tradition schon darausentnehmen können.

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Im Althochdeutschen heißt gauma(= coena) das Hochzeitsmahl; sonst haben wirdie Bezeichnungen: Ehrenmahl, Ehren, Ehret( Tirol, Bayern); Traktament, Provente( 11 ol);in den Niederlanden Commissarismal, Geboden mal; Huchst- Essen( Böhmen); mnd. Hoch-Immet( Bremen) festlicher Imbiß; Hochzit- Ims( Elsaß); mnd. Brautkost; ndl. bruiloftskost,Hochzeitskost; Abendkösten( Hamburg); guldene Mahl, Ehrenmahl, Hochzeitsmahl( Schweiz, Bayern); Kranzlmahl( Oberpfalz) vor den Kirchgange; Zichten( Schlesien) vordem Kirchgange; Plumpf[ 1551]( vom dicken Festbrei),( Abbach bei Regensburg); G'fräß( Koburg); Köste[ Kost]( Niederdeutschland); Gästegebot"( Hamburg) das bessereHochzeitsmahl oder die sogenannte halbe Hochzeit; das üppigste Mahl war bei dersogenannten ganzen oder Wein hochzeit( Geschichte der Familie Lorenz- Meyer, 1902,S. 26). Mhd. brût- leite(= Brautführung), ahd. brûth- lauft, mhd. brûtlauf, mnd. brutloft,an. brudh- laup; gildi(= Opfergelage zu Ehren eines Verstorbenen; Opferfest, zu demman die Opfergabe mitbrachte; diese wurde zum Teil den Göttern geopfert, zum Teilgemeinschaftlich verzehrt); schwed. friare- gillet Freiersgilde; bröllop(= Brautlauf);forn- gildet(= Opfergilde) føringsgildet( Feilberg, I, 12, Davidsen 269); dän. bryllup( Brautlauf)-gilde; gjæste- bud(= Gästegebot); bojle(= Fessel?); højtid(= Hochzeit);Kost( Feilberg, I. 4); holländ. bruiloft(= Brautlauf), bruiloftskost( die Gerichte, die amHochzeitstage besonders gerne gegessen werden). Schonen: Ja- öl(= Ja- Bier). Thüringen:Winkuff( Weinkauf). Niederbayern: die Schenk. Oberbayern: das Mahl, das Krautessen.Altbayern, Tirol, Böhmen: Bescheidessen( der Besuch der Nachbarn und Verwandten imHause des Bräutigams am Abend vor der Hochzeit, wobei diese vegetabilische Geschenke,gleichsam eine Pancarpie, mitbringen, heißt Gunkel[= Spinnrocken] oder Nacht- undVorhochzeit).( Schmeller- Frommann, 21, 1045.) Auch Meyer Helmbrecht( 1469) erwähntdiese hochzeitliche Sippenkollekte:, swaz si trunkn und âzen, daz wart gesamnet witen".England: bride- bush, bride- stake(= der Busch am Bierhaus); um den Pfahl oderStock pflegten die Hochzeitsgäste zu tanzen, wie um einen Maibaum oder einen Heirats-stein; bride- ale, bridal, angeblich weil die Braut auch ale ve kaufen durfte( Hochzeit-buch, 241); bidding=== Gebot, Ladung( Süd- Wales). Über das Geschenk des Möischen- Puttan die Braut in Hamburg siehe Urquell, VI, 142; ursprünglich ist der Putt wohl ein Grütze-topf für das Hausgeisteropfer gewesen, das die Braut zum Teil an die Sippschaft ver-teilte. Frankreich: fête de noces. Italien: banchetto, convito, nuziale. Im alten Griechen-land: γάμος, γαμοδαίσια, νύμφευμα. Die Braut wurde verhällt nupta) nachts dem

1) Bei den Griechen war die Zeit vom 15. Jänner bis 15. Februar der Monat( yauntov), in dem die häufigsten Ehen geschlossen wurden, bei zunehmendem Mond. DerMai, unser Wonnemonat, war bei den Germanen der seltenste Hochzeitsmonat., Mense Majonubunt malae"; selbst die im Mai erzeugten Katzen fangen keine Mäuse( Melusine, IX, 94).Häufiger war, wie bei den Griechen, die Zeit vom Julfest bis Fastnacht. Im Elsaß ist dieHochzeit niemals am Mittwoch, sonst mit Vorliebe am Donnerstag( Thôrstag). Die Eng-länder dagegen sagen:" Wednesday the best day of all." In Mecklenburg ist noch heuteder Spätherbst oder Winter die häufigste Hochzeitsperiode, namentlich bei vollem oderzunehmendem Mond.