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diese Gebildbrote auch( und wahrscheinlich ursprünglich nur) in derFastenzeit üblich; sie werden( nach Weinsberg: Kölner Denkwürdig-keiten) schon 1643 erwähnt und auch im Kölner Kinderlied mit derFastenzeit in Verbindung gebracht(» Wer de Jobbelcher nit gn mag, dämag fasten den ganzen Dag«). Die Etymologie betreffend, möchte Ver-fasser in Vorschlag bringen: 1420 gobeleyn exenia( Gabe); 1420gobelin collibium( colliphium Gebäck) D. I, 215; II, 100, 160; zuGoeb( Gabe), Göble Kind» quasi donum Dei«. Weihnachtsgöble: Christ-kind.( Schmeller, 1, 862.) Es ist» Göbbelche« vermutlich als Geschenk inGestalt eines Kindes oder Vogels(?) in Form einer gedrehten Teig-schlinge zu verstehen, das man im Frühjahre zur Zeit der Fasten undder Bastlösereime mit dem Frühlingspfeifchen versah. Auch beim SchweizerPfeifenschäfli kehrt dieses auf Ostern wieder. Doch möchte Verfasserdiese Deutung nur salvo meliori hier vorbringen;( vergl. auch die elbischenPfeifchen in J. Wolf: Märchen und Sagen, 181); auffällig ist es, daß geradein der Lenz- oder Fastenzeit die Marienbilder an Stelle der Pfeifchentreten, was auf absichtlichen kirchlichen Einfluß hinweist.
12. März, St. Gregorius im Märzen, in der Fasten; englischSt. Gregorys- Day( Hazlitt, I, 287), Schulpatron; im jüdisch- christlichenMondjahre schloß an diesem Tage das Wintersemester der Schulen. Beiden Germanen fand in jedem Frühjahre eine Knaben- oder Jünglings-weihe statt, die zugleich ein größerer Festtag für die Altersklassen dermannbaren Junggesellen und Mädchen war. Aus diesen Jugendbündenentwickelten sich einerseits die Schülerspiele und andererseits die kirchlichbeeinflußten Rottbruderschaften; so erklärt sich auch das Schülerfrühlings-fest, Rutenfest mit» Gregori- Singen«,» in die Gregori gehen«. Auch dasKoburger Jugendfest( am dritten Pfingsttage) heißt Gregorius- oderBischofsfest.( Rochholz, Alem. Kinderlieder, 502.) Mit diesem Feste war ansehr vielen Orten die Verteilung von Brotgebäcken verbunden. Im schweize-rischen Fricktale heißt dieses Fest» Das Gregörlen«, wobei die Schul-kinder die mitgebrachten Eẞwaren verteilen und verspeisen( 1. eod. 505).Die Schüler von St. Gallen erhielten an diesem Tage vom KonstanzerBischof dreierlei Speisen aus des Abtes Küche; dieser episcopatus pue-rorum des Gregori- Schülerfestes soll schon 917 bezeugt sein( 1. eod. 501).In Tirol, Schweiz und Schwaben erhielten die Schulkinder und die Schul-meister das sogenannte Schulbrot, Schweiz( Staub, 102), oder dasMeisterbrot( J. P. Schmidt, 104), Butterröggele, ein mit Butterbestrichenes Roggenbrötchen oder auch Mundsemmel.( Birlinger, W. B., 375.)Gregori- Zucker oder Gregori- Kügelchen aus Zucker, welcheder Schulrektor im Hennebergischen an die Knaben der unteren Schul-klassen am Gregorius- Tage oder am Montag nach Jubilate verteilte( Spieß, I, 213, 214), sind eine andere Form des honigsüßen Frühlings-gebäckes( Honigspeisen sind aber dabei sehr selten). In Bristol erhieltendie Armen an diesem Tage nach einer besonderen Stiftung Brotlaibe,Erbsen und Fastenheringe.( Hazlitt, II, 363.) Das häufigere Gebildbrot dieses