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3. März: St. Kunigund( gund* pus liquidum); unter diesemNamen tritt auch eine der drei Schicksalsschwestern auf( s. Heilige Drei-königstag- Gebäcke in Z. d. V. f. V. K. 1904; Simrock, D. M., 348). In Salzburg,einem der frühesten christianisierten Orte Deutschlands, wo, wie auch amRhein, die Bräuche des altrömischen Neujahres am längsten haftenkonnten, fand an diesem Tage der Fastenzeit eine Spende von Fasten-brezen statt( s. auch Totensonntag) an die Armen armen Seelen).
Am ersten Sonntag im März wirft bei Genf ein kinderlosesjunges Ehepaar Konfekt als Dank unter die Sänger, die vor dem Hauseversammelte Dorfjugend, welche ruft:» Failles, failles, faillaisons! La fennaà Dian va fara on grou garçon!«» Lohe, Lohe, die Frau von St. Johannwird Euch einen großen Jungen bringen.<<( Schw. A. f. V. K. 1907, XI, 267.)
Am ersten Donnerstag im März erhielt jeder Droste( Truch-seẞ) in Westfalen zwei Schönbrote, zwei Roggenbrote und vier QuartBier( Schiller- Lübben, IV, 115), ein Überbleibsel vielleicht aus einerälteren Spende an den Gode, der Richter und Priester zugleich war.
Wenn auf einem Flugblatte des 16. Jahrh. mit sogenannten Bauern-regeln( s. A. Bartels, Der Bauer, 46) am 4. März( St. Adrians- Tag)steht:>> Hoc non dico tibi vni, sed iss pfanzelten Adriani«<, so beziehtsich dieses Speisegebot auf einen übernommenen Volksbrauch, beim Um-zuge der Erdgöttin diese mit heißen und fetten Speisen zu feiern.
6. März: St. Fridolin mit den jungen Ochsen, Fridlistag, Fritschi-tag( Schweiz), der Schutzpatron und Wappenheilige des Glarnerlandes,der mit Fritschiumzügen und Fridlifeuer gefeiert wurde; an diesem Tagewurde im Elsaß( Sundgau) das Jungvieh zum erstenmal ans Joch ge-spannt. An diesem Frühlingstage begrüßten alte Leute die hinter demGlärnisch abends hervortretende Sonne, welche bis dahin nach 2 Uhrwährend sechs Monate nicht mehr sichtbar ist, durch Aufstehen und Hutab-ziehen. Das Tagesmahl heißt Fridlimahl, das Tagesgericht ist die GlärnerPastete.( Schw. Id., I, 942, 945; Schw. A. f. V. K., IV, 266, III, 63.)
9. März( nach dem römisch- katholischen Kalender),10. März( nach dem griechisch- katholischen Kalender):Vierzig Ritter, Heilige oder Märtyrer; an diesem Tage kehrennach russisch- griechischem Volksglauben die Frühlingslerchen aus demWunderlande Wyrai zurück und deshalb backen die Weißrussen imGouvernement Smolensk kleine Brotvögel in Gestalt von Lerchen( Z. f. Ethnol. 1903, 659; Yermoloff, 135.) Bei den Römern war die ersteSchwalbe ein Glücksbote( bei Marcellinus Empiricus, s. A. f. R. W., VIII,Beiheft, S. 17), der alle Augen- und Zahnschmerzen des ganzen Jahreswegnahm; wie der Schwan als Brotvogel auf dem Palmpaasch, so figuriertbeim Sommerfest am Rhein und Neckar die Schwalbe als drehbarer Zeit-vogel im Zuge,( A. f. R. W., VIII, 1. eod. 104.) Vielleicht hängt mit diesem
*) In Kunigunden- Kapellen finden auf Ostern( s. Ostergebäcke, S. 49) Eier-spenden an den Pfarrherrn statt zur Heilung von Eiterschwären.( Z. f. Ö. V. K.1902, S. 236.)