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war schon die Einleitung zu einem volksmedizinischen Regimen sanitatisgegeben, das bei gewissen Krankheiten empirisch immer strenger sichgestalten mußte.
Der römische Kirchenbrauch hatte ehemals drei große vierzig-tägige Fasten: a) vor Ostern die eigentliche Quadragesima, quadragena,carena, franz. carême; b) vor der Winterweihnacht, im sogenannten Advent;c) vor der Sommerweihnacht( Johannes). Der ältere Ritus war in derorthodox- griechischen Kirche, welche den vier Jahreszeiten entsprechendauch vier Fastenzeiten( quatuor tempora, Quatember) hatte, mit gleich-zeitiger Verbindung mit vier Seelenkulttagen. Sartoris' lehrreiche Ab-handlung über die Speisung der Toten bezeugt auch bei anderen Völkernund Religionen den Zusammenhang des Fastenbrauches mit dem Toten-und Seelenkult. Solche Gebräuche der Römer, Griechen und Judenübernahm auch die christliche Kirche; sie verwandelte sie aber in einenBuẞe- und Sühnritus, der namentlich ein Gegengewicht geben solltegegen die Orgien der großen Heidenfeste Glossar ::: zum Glossareintrag Heidenfeste, die auf drei( oder vier?) imJahre bei den Germanen beschränkt waren; die längere Andauer dergroßen vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern, die seit dem 4. Jahrh.besteht, hatte wohl ihren Grund darin, daß man die stark sinnlich-fleischlichen Volkssitten bei den Frühlingsfesten möglichst einschränkenwollte.
Frazer( The golden bough, II, c. 3,§ 8, S. 214 ff.) rechnet zu denFastengeboten auch die Abstinenz von fleischlicher Verbindung(= ge-schlossene Zeit).
Wir müssen hier noch das Verhältnis der Faschings- oder Fasten-zeit zu einem nachweisbaren Totenkult berühren. Wenn auch sicher dasFastnachtbegraben, das Verbrennen der Fastnachtspuppe und der Katzen,Marder, das Baẞbegraben, das Begräbnis des Halleluja, Todaustragen,das ins Wasser Werfen des Todes etc. auch als Abschluß, Vernichtung einerverkörperten Zeitperiode( Usener: Italische Mythen; Rhein. Merkur, XXX,1875, S. 182 ff.) aufzufassen ist, so müssen wir andererseits doch auchhervorheben das Bestreuen mit Asche, das Anstreichen mit weißem Kalk( Kreide), den Lüneburger Aschenklos, die St. Gallener Aschengrunggel,die alle an einen Totenkult erinnern dürften.
Wir wollen uns zuerst noch mit einigen Parallelen aus einem süd-europäischen Volke befassen.
Mitten in den Lärm des südlichen Karnevals hinein hat die griechischeKirche, jedenfalls einem gebieterischen Volksbrauche mehr entsprechendals dem inneren Drange, zwei Seelen- oder Totensabbate mit Gräberkulteingelegt. Les extrêmes se touchent. Während die übrige Welt im Faschings-jubel schwelgt, begehen die Griechen auf der größten Ionischen InselKephalonia die zwei letzten Samstage des Karnevals als Allerseelentage,an denen sie Geld, Weihrauch und einen Kuchen in Kleeblattform( alsVegetationssymbol), auf dessen drei Teilen Totenkreuze sind, an diePopen zu Messen für die Verstorbenen schicken. In Livorno gibt es in