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wolde on these dayes ett no brede but cakes made under ashes«), daßman nur Aschkuchen an diesem Tage zu verzehren pflegte; die Quatember-tage( dänisch: Tamperdage; altnord.: imbrudagr; Liebrecht, z. V. K., 312)hießen früher auch Temperfasten, Wichfasten. Die Laxatio carnis undCarnisprivia war eine sogenannte gebundene, verbundene, geschlossene,das heißt für Heiraten verbotene Zeit. Über das Bestreuen mit Asche andiesem Tage( Unkenntlichmachen vor den Totengeistern) s. Liebrecht, 512,408. Sebastian Frank( 1534) schrieb in seinem Weltbuche, Fol. 131 a. 1.:>> Auff disen Tag der aescherigen Mitwoch leyten sy die fasten ein mitgroßer mummerei, halten bancket und verkleyden sich in ein sundermunier. Etlich klagen und suchen die fassnacht mit fackeln unnd laternbei hellem tag, schreien kläglich, wo die Fassnacht hinkummen sey....<Diese Züge im Volksbrauche erinnern an die Totenklage.
Es ist hier zu betonen, daß trotz Einführung der vierzigtägigenFasten vor Ostern die Volksgebräuche immer noch eine, wenn auch ab-blassende, so doch sichtbare lenz-, beziehungsweise fastnachtszeitlicheFärbung trugen und noch tragen. Die heiligen vierzig Tage( 1275) warenwohl die Tage des Fleischabbruches und der Enthaltung beim Essen,aber nicht die des Hungerns. Mit dem Aschermittwochtage trat man indieselben ein: intrans quadragesima, carêm entrannus( carême entrant),1278: kerrine( carena, karina, D., I, 475; dazu vielleicht das oben, S. 64,erwähnte karrideln); engl.: lent( Lenz)= Fastenzeit und Frühling. Nachder Reformation war aber besonders in der Schweiz der Aschermittwochein antirömischer Hauptbelustigungstag, an dem auch die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber teil-nahmen( Weiberfastnacht Glossar ::: zum Glossareintrag Weiberfastnacht; Schw. A. f. V. K. 1898, 229) am Aschermittwoch-mahl.( Schw. Id., IV, 165.) Sonstige Faselnachtgebräuche des Volkes amAschermittwoch waren: Das Verbrennen, Erschlagen, Begraben, Vernichtender abgelaufenen Zeitverkörperung; Katzenverbrennen in Westfalen, Tod-verbrennen in Hessen, segare la vecchia, oder il resgiar la veglia in roma-nischen Gegenden, wobei vielleicht auch Spuren eines alten Menschenopferswenigstens in symbolischer Form sich fortfristeten.( Z. d. V. f. V. K. 1893,371; Schw. Id., I, 765; Nilsson, 467.) In Wien fehlte es in der seit 1748dort abgehaltenen Faschingsdienstagredoute nicht an Anspielungen aufden Tod; es erschienen vier Damen mit Totenmasken, von denen jedeeine Fahne in der Hand hielt, auf der ein an den Tod erinnernder Spruchgeschrieben war, auch humoristisch gefaßte Partezettel mit Trauerrandwurden ausgegeben. In der Nacht zum Aschermittwoch bildet sich aufder Riva zu Venedig ein grotesker Trauerzug, in dem alle Klassen undTypen in Karikaturen vertreten sind. Von einer mit Röhren, Scherbenund Stöcken ausgeführten Schauermusik begleitet, umschreitet er denMarkusplatz und zieht nach der Piazetta, wo der Karneval zwischen denberühmten beiden Säulen feierlich verbrannt wird.
Der Fleischgenuß an diesem Tage kann nur als eine Oppositiongegen das Papsttum genommen werden. Dann wurden Fastnachtsgebräucheabsichtlich fortgesetzt, zum Beispiel das Augsburger Ochsenschlachten,