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Gebildbrote der Faschings-, Fastnachts- und Fastenzeit
Entstehung
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Nach dem» Schwäbischen Merkur«, 21. Februar 1900, erscheint inKrailsheim i. W. schon 1357 der Familienname Hornaffe; daß dieser( lokale?) Familienname dem weitverbreiteten Gebäcke den Namen gegebenhaben soll, ist schon deswegen nicht glaubhaft, weil die Familien ehervom Gebäcke, das von der betreffenden Sippe hergestellt wurde, ihrenBerufsnamen erhalten haben, zum Beispiel Mutzenbäcker, Weckbäcker,Meichelbäck, Gutbrod etc., und weil das Gebäck nicht auf Krailsheim alleinbeschränkt war und Krailsheim gewiß nicht der ausschließliche Ausgangs-punkt sein konnte für ein so weit verbreitetes deutsches Gebäck. DaßHornaffe hornavva( Hornau, sumpfige Au, als Besitz des Geschlechtesder Hornaffen) sei, ist nicht denkbar, abgesehen davon, daß es horavvaheißen müßte. Die Hornäffer hatten eben ihre Namen vom einträglichenVerschleiße des Hornaffengebäckes. 1369( also schon vor 1380): hornaffBrotgebäck, Spitzwecken, Weizenbrot( Schmeller, I, 41, 1164); 1397:hornaffin( Weinhold, W. B., 5); 1468: harnaff pretzen artocapus(= käufliches Brot, panis pistus labore in oleo)( D., I, 51, Schmeller, I, 41);15. Jahrh.: hornaffen, harnof artocopus( D., I, 51); hornaffe= colifium( xoliptov), striezelartiges Kipfelgebäck( D., I, 131); hornaff artocoper;hornof vel krapffer( Birlinger, W. B., 236); Losprot, pretzen, harnaffen( Ortolph)( Schmeller, I, 1164); 1517: hornaffe spira( D., I, 547); 1592:hornaff triangulum( D., I, 594); 1637: hornaffen= triangles( dreieckigerFensterscheibenzwickel zwischen den runden Butzenscheiben A)( E. W.,I, 16; Schw. Id., I, 101); 1801: hornaffen( Roeßig, 222 ff.). Nach Grimm,D. W. B., IV, 2, 1822, führt Stieler, 776, an:» hornab sive hornaff, speciesspirarum mense Februarii Erfurti coctarum<<; demnach fallen sie inErfurt noch in die Faschingszeit und nicht in die christliche Fastenzeit( März).

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Nach diesen literarischen Quellen wäre also der Hornaffe ein in Öloder Butter gebackenes, verschieden geformtes Fastnachtsgebäck: a) Spitz-wecken; b) Brezel( spira); c) Striezel oder Kipfel( colifium); d) Krapfen;e) zwickelartig, dreieckig; f) hornartig gewunden wie eine Mondsichel. Nork( Scheible, VII, 136) und R. D., 47, meinten, daß man in Thüringen auchdie Brezeln>> Hornaffen« nenne, weil sie im Hornung gebacken werden,denn>> die Fastnacht macht Narren oder Affen wohlfeil«. Eine Seite weiter( p. 137) sagt Nork:» Das Backwerk Hornaffen, in wendischen GegendenHörnl, Hörnchen genannt, war ein Bild des Füllhornes.<< Füllhorn undBrezel!? ist doch ganz unmöglich in einem Gebilde zu erblicken. Roch-holz( Illustr. Ztg. 1868, S. 383) führt an, daß der Hornaffe aus zwei mitihrer dicken Seite aneinandergebackenen Kipflein bestehe, also eine ArtKnaufgebäck sei; vermutlich aber sind es zwei aneinanderstoßendeHörnchen gewesen, die Rochholz vor sich hatte. In Krailsheim werden dieHornaffen zum sogenannten Stadtfeiertag oder Horaffenfeste hergestellt,das am Mittwoch vor Esto mihi( siebenten Sonntag vor Ostern), alsonoch im Hornung gefeiert wird, angeblich zum Andenken an die Auf-hebung der Belagerung von Krailsheim am 2. Februar 1380.