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Gebildbrote der Faschings-, Fastnachts- und Fastenzeit
Entstehung
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für seine eigenen Pfannzelten( Yermoloff, 49); auch hier gedenkt manmit dem Erstlingsopfer der Totengeister. Platz( placenta) und Bletz( ahd. blezzo) sind formlich gleich flach; der Bletz oder Plätz ist kleiner.In der Schweiz gibt es sogenannte Fastnachtsplätz( A. f. Schw. V. K., I, 183),die, wenn sie von der backenden Hausfrau beim Herstellen übers nackteKnie gezogen wurden, im Elsaß» Knieplätz«< genannt werden.( E. W., II, 174.)Es sind also eine Art Liebeskrapfen( s. Krapfengebäcke[ Z. d. V. f. V. K.1907, S. 74]), wobei der weibliche Lustduft als Fruchtbarkeits- und Liebes-mittel in das Gebäck übergehen sollte, ein Brauch, der sich auch in York-shire bei den unten zu erwähnenden Hotcokles( heiße Küchel) findet.( Haz-litt, 1, 331.) Beim Wiener Faschingsschluß tollten früher die jungen Leute,die Gesichter mit Ruß beschmiert, auf den Straßen und in den Häusernherum, bis sie das nur zur Zeit der Fastnacht übliche fladenartige Gebäck,die sogenannten» Faschangflecken« erhielten, die in die Form der rauten-förmigen Mutzen( s. unten) gehörten; auch manche deutlich hirschförmigeGebildbrote heißen in Zell am See» Faschangflecken«, vermutlich aberdurch( seltene) Übertragung; vielleicht trugen dort die rautenförmigenMutzen ehemals einen Hirsch( s. unten) als Abdruck und wechselte so» Hirsch« mit» Faschangfleck<<.

4. Über den Fastnachts krapfen( s. Fig. 9) haben wir schon inder Zeitschrift des Vereines für Volkskunde( Berlin) 1907, S. 65. ff., unsausgesprochen. Wir deuteten dieselben als die Form des römischenHerzschemas, das nicht doppellappig war, sondern einen runden Hohl-kegel darstellte; es waren dies vermutlich die placenta bacchicae, dieauch pois hießen; solche pots= Küchel oder Krapfen wurden auch am

Fig. 9. GefüllterFastnachtskrapfen( oben gekrüpft).

Geburtstage des Heilgottes Apollo am 7. Bysios zwischenWinter und Frühjahr geopfert( Nilsson, 154). Als solchesÜberbleibsel des römisch- griechischen rundballigen Herz-schemas deuteten wir den ebenfalls rundballigen, hohlen,mit einer duftenden Farce innerlich gefüllten Krapfen( s. Fig. 9), der als placenta bacchica, das heißt als Kult-brot der Bacchanalien, vermutlich aus dem römischenKolonistenbrauch durch Vermittlung der Klosterküchenauf germanischen, beziehungsweise deutschen Bodensich übertragen haben kann, WO er als Faschingsgebäck, Erntebrotund Hochzeitsküchel sich forterhielt und sich in verschiedenen anderenAbarten weiter entwickelte. Solche Abarten sind auch die rheinischenund neckarschen Kräppeln, mit welchen Stäbe besteckt werden, die alsFruchtbarkeitszauber fürs kommende Jahr aufzufassen sind:>> Und gebtIhr uns kein Kräppel nit, dann legen Euch die Hühner nit« singen diekräppelsammelnden Kinder daselbst.( A. f. R. W., VIII, Beiheft, S. 91; Z. f. rh.V. K., II, 161.) Wie die Fastenbrezeln, so sind auch die Kräppeln alsZeitgebäck dabei verwendet.

Über das>> Krapfenholen<«<( ein Fastnachtsspiel von Hans Sachs) laẞtdieser Dichter 1540 den Bürger sagen: