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haben. Auch im Badischen ist das Agathen- Brot ein solches Mittel.( Meyer,B. V. L., 507.) Das Opferbrot kann auch wie jedes Opfer zum Apotropäonwerden. In der Vallée de Bagnes( Schweiz) läßt jede Haushaltung amAgathen- Tag ein Brot weihen, welches dann wie das Neujahrsbrot an dieFamilienmitglieder und Haustiere zur Sicherung vor den bösen Dämonen( Folatons) verteilt wird.( Schw. A. f. V. K. 1901, S. 48, II, 69.) Im Aar-gauischen wird das Agathen- Brot in Gestalt eines Multschen- Weggeli( ein kleiner Wecken aus dem Teige der sogenannten Molterscharre, dieaus der Brotmolter ausgekratzt wird) hergestellt und an die Einwohnerverteilt, wie ein Sippenbrot beim Totenopfer. Den Zusammenhang desschweizerischen Agathen- Brotes mit dem Neujahrsbrote ersieht man, ab-gesehen von der Feier des Tages am 5. Januar, auch noch aus den schonerwähnten Agathen- Zetteln, die die Anfangsbuchstaben der heiligen dreiKönige( C+ M+ B) aufgeschrieben tragen und auf dem Brote selbstbefestigt werden; ferner aus seiner Benützung als Losbrot, wofür( nachgefälliger Mitteilung von Herrn Dr. Stückelberg im Rechnungsbuch desKlosters Klingenthal, S. 249) ein Beleg aus dem Jahre 1446 vorliegt:» Uẞ sannct Agat brot geloẞet.<< Auch E. Hammarstedt( Omen fornordiskårstredelning, 253) gibt zu, daß das schwedische Jul-( Neujahrs-) Brot die-selbe Rolle spielt wie das St. Agathen- Brot. In Schweden ist es auch, wiedas schon erwähnte niederländische St. Pauls- Brötchen und wie dernordische Julkuchen, ein Pflugbrot( Hammarstedt, Såkakan och Såöl, 249),das als Opfer an die unterirdischen Geister auch zum Apotropäon wird.Auch bei den griechisch- katholischen Russen wird das Agathen- Brot ge-weiht, in das man kleine Stückchen apotropäischen Salzes hineinsteckt;so gibt man es als hilfreiches Mittel den Kühen gegen den sogenanntenKuhtod( s. Verf. Krankheitsnamenbuch, S. 740) zu fressen. Man wirft esauch dort bei Feuersbrunst ins Feuer, das immer als etwas Feindseliges,Persönliches gedacht wird, oder ins Feld, um die Winde dorthin abzulenken.( Yermoloff 69.) Auch der männliche St. Agatius» multum valet contraignem«( 12. Jahrh.)( v. Stückelberg, Die Reliquien d. Schweiz CVIII). Derfür das Saat- und Pfluggeschäft im Lenz so wichtige Agathen- Tag( 12. Märzin England) war auch in Bristol der Tag für eine Armenspende mit50 Brotlaiben, miches( Muggen) genannt, mit drei Fastenfischen für jeeinen Bettler und einem bushell Erbsen( Hazlitt, II, 363); hierbei übernehmen,wie auch sonst zu finden, die Armen die Armeseelenspende; an manchenOrten erhielten die Schulkinder dieselbe; so am
6. Februar, St. Dorotheen- Tag( Orthiendach, Grotefend, 66).Im 15. bis 16. Jahrhunderte wurden in Eger die Lehrmaidlen und Schülerdurch den Gemeinderat beschenkt( John, Sitten, 421)= Sippenopfer-Substitut.
9. Februar( des griechisch- orthodoxen Kalenders), St. Pankra-tius- Tag:» Nicht jeder Pankraz hat viel Brot«<, meint das russischeSprichwort, weil um diese Zeit in manchen Gegenden Rußlands der Ge-treidevorrat zu Ende geht.