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Gebildbrote der Faschings-, Fastnachts- und Fastenzeit
Entstehung
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I. 125, IV, 218). Im Kanton Zug werden die Agathen- Brote am Vorabendeschon in den Bäckereien eingesegnet.( Schw. A. f. V. K., I, 211.) Auch imbayrischen Isarlande wurde das Agatha- Brot geweiht und namentlich( nach ihrer erwähnten Legende) den Brustkrebskranken gegeben. ImGlatz'schen löscht das Agathen- Brot das Feuer.( Kühnau, Die Bedeutungdes Backens, 11.) Ein Älpler, der in seine verwünschte Sennhütte eintritt,wo die Berggeister seine stehengebliebene Geiß zu fressen im Begriffewaren, gewinnt diese wieder, als er mit Feuerstahl und( brandlöschendem)Agathen- Brot und von seinem Hunde begleitet daselbst erscheint.( Kühnau,1. c. 40). Im schweizerischen Frei- und Kelleramte bringen am Agathen-Tage, der in schwäbisch- alemannischen Diözesen mehr gefeiert wird, dieLeute Brot in Laiben, Wecken oder Stücken in den Morgengottesdienst( wie sonst auf Ostern), legen es auf den Muttergottesaltar oder auf dieStufen desselben, wo es dann vom Priester gesegnet wird. Nach derHeimkehr iẞt jedes» eppen es Möckli« davon( Communio an der Gott-heitsspeise). Die Bauersleute geben aber auch von diesem gesegneten>> Agete- Brote< jedem Haupt Vieh, das sie besitzen, Schweine undHühner inbegriffen, ein Stücklein, der Rest wird gedörrt und an einemtrockenen Orte aufbewahrt; es verhält sich also wie ein Jul- oder Neu-jahrsbrot( s. Weihnachtsgebäcke, S. 25 ff.), es soll ebenfalls nicht schimmeln.Tritt in der Familie ein Krankheitsfall ein, so kocht die Mutter dort nachaltem Brauche gewöhnlich» e gröstni Suppe« und verwendet dabei etwasAgathen- Brot; ebenso erhalten Kälberkühe und Kitzligeißen ein wenigAgathen- Brot, wenn sie den schweren Moment der Entbindung über-standen haben.( Schw. A. f. V. K., IX, 49 ff.)

In St. Gallen ist das Agathen- Brot auch ein Mittel gegen das Heim-weh( zum Eingewöhnen wie das Neujahrsbrot) oder auch ein Einstands-brot für die neu ins Haus gekommenen Dienstboten( St. Gallen, 640;Schw. A. f. V. K., IX, 50); es wird auch dem sogenannten Malefizpulverfür verzauberte Menschen beigefügt und gegen Getreidemiẞwachs insSamenkorn gelegt( Birlinger, I, 422, 429); es hilft als Opferbrot apo-tropäisch gegen böse Geister und läßt Ertrunkene im Wasser finden.( Schw. A. f. V. K., X, 226.)

Dieses Agathen- Brot, welches wie das Johannes- Brot mit Lichtleinbesteckt, auf dem Wasser schwimmend durch sein Stillestehen den Ortanzeigt, wo der Ertrunkene liegt, stellt kaum den Körper oder das Lichtdie Seele des Ertrunkenen vor( Z. d. V. f. V. K., XVII, 373); wozu solltees denn gerade geweihtes Agathen- Brot sein? Es ist wohl eher als Opfer-brot( mit Licht*) zu deuten, damit die Flußgeister den Toten heraus-geben, nachdem sie ihr durch den Kulttag geweihtes Opfer erhalten

*) Auch beim Füttern des Viehes in der heiligen Weihnachtszeit im Holstein-schen setzt man vor die Krippe ein Licht( Biographie F. Hebbels 2 von Emil Kuh1907, 1, 39) als Zeichen der Opfer- Communio an dem Segen der Kultzeit, in der dieholden Geister versöhnt und die Unholden ferngehalten werden.

Zeitschrift für österr. Volkskunde. XIV. Suppl.- H. V.

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