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wobei für die Mitbewohner auch Küchel gebacken werden. Ebenfallsin den Niederlanden spielt das St. Pauls- Brötchen eine Rolleals Pflugbrot oder Apotropäon gegen den unterirdischen Saatwurm.Früher pflegten nämlich die Bauern aus dem Lande von Aalst,wenn ihre Früchte durch Würmer geplagt wurden, ihre Zuflucht zunehmen zu den weitbekannten St. Pauwelbroodjes von Galmaarde,einem brabantischen Dorfe bei Gerhardsbergen; man vergrub einfachdiesen Wurmkuchen, wobei man Sorge trug, daß dieser tiefer stak alsdie Pflanzen wurzelten; so wurde das Ungetier gezwungen, noch tiefer inden Grund zu kriechen als der Kuchen lag, und die Saatpflanzen warenvon ihm erlöst( V. K., XIV, 218)( vergl. auch die oberösterreichische>> Vieh-störî<< am Faschingsonntage).
Hier ist gewiß nicht die Rede von einem Analogiezauber, der etwadurch das Bild der runden Sonnenscheibe(= runder Brotlaib) die Sonnen-wärme rascher herablocken sollte, vielmehr ist es das Speiseopfer an denVegetationsgeist der Kultzeit, das zum Apotropäon wurde. An diesemKultopfer nahm das Gesinde ebenso durch Mitgenuß der Kultspeise An-teil. Auch die Klosterherren von Schäftlarn bei München feierten jährlichum Pauli Bekehr ein Gedächtnisfest, ließen nach dem Gottesdienste dreiBanzen Bier für die armen Dienstleute laufen und reichten diesen eineSpende von Hefenudeln.( Sepp, 348; Noë, Bayer. Voralpen, 45.) Auchdie Tegernseer Mönche erhielten 1536 um diese Zeit an Stelle einesMittwinterbrotes am
28. Januar einen Lebzelten als Extraspeise( Germania, IX, 192)nach altem Brauche, hinter welchem vielleicht ein ehemaliges Speiseopferan den Hausgeist stecken kann.
Von dieser Winterkehrzeit ab nähert sich der landwirtschaftlicheKalender dem sogenannten Auswärts( Oberbayern), den( ndd.) ût- dagenoder der längeren Tageszeit des Lanks( Lenz), in welcher Zeitperiodedie Außenarbeit wieder von den Dienstboten mehr aufgenommen werdenkann, weil der Tag länger wird( ahd. lengzo, lenzo, lengizin; angels.lencten, langtin; engl. lent= Fastenzeit oder Lenz). Die Acker- oder Boden-wirtschaft der deutschen Klostermönche lehnte sich bei Gesinderechten,namentlich vor dem Beginne der Saatzeit im Lenz, sicher an das Boden-ständige, Hergebrachte, Volksübliche an.
Zu den Lichtmeẞgebäcken sind auch zu rechnen die am
31. Januar oder 1. Februar bei Innsbruck gebräuchlichenSt. Ignatzi- Brote, nach gefälliger Mitteilung des Herrn Regierungsratesv. Hoermann in Innsbruck. Eine besonders auffallende Form haben die-selben jedenfalls nicht; es ist eine einfache Schichtsemmel.
Bezüglich der am
2. Februar üblichen Lichtmeßgebäcke, über welche wirschon in der Z. d. V. f. V. K. 1905, S. 312, geschrieben haben, wollenwir hier nur als Nachtrag einfügen, daß fast alle Gebäcke dieses Tagesfür einen häuslichen Seelengeister- oder Hausgeisterkult