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Gebildbrote der Faschings-, Fastnachts- und Fastenzeit
Entstehung
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>> Woor<<( wütende Heer). In St. Gallen erscheinen die Butzen, Hexen undTeufel auf Fastnacht und beteiligen sich( wie anderwärts der Schimmel-reiter) an den Umzügen als Popanzfiguren( St. Gallen, 612, 620). 1471wurden solche Fastnachtsbutzen( 1587, poetzmanne v. Fastnachtslarvenmaniolae, D., I, 347) in Speier verboten( Chronicon Spirense, 881).

Frazer( The golden bough, III, 138 ff.) hält die Fastnachtszeit( Carneval) für soviel wie identisch mit den römischen Saturnalien, die inden romanischen Ländern am längsten andauerten, wobei die in derFaschingszeit getötete Figur den Saatgott Saturn personifizieren sollte; derBohnenkönig am Epiphanien- Tage, der mittelalterliche Narrenbischof etc.seien alles Figuren derselben Art. Die Saturnalien seien ursprünglich imFebruar oder März gehalten worden, weil der 1. März einmal einrömisches Neujahr war; später habe das alte Saturnfest, das auf demLande auch nach der Einführung eines anderen Neujahres noch immerandauernd in dieser Märzzeit gehalten wurde, unter dem modernenNamen des Karnevals*) die Städte wieder erobert; bei den italienischenLandleuten waren und sind Februar und März die Hauptsaison für Saatund Pflanzung. Der orgienartige, fleischlich- sinnliche Charakter desKarnevals entspräche noch diesem Vegetationskult; ihm mußte( nachFrazer) ehemals eine Periode der Nüchternheit und Entsagung schonlängst vor dem Christentum gefolgt sein, um das Wachstum der Saatzu fördern durch eine» magische Vorbereitung für das Säen und Pflanzen<<.Dieses» ganz komplizierte Hypothesengebäude« Frazers hat A. Lang( Magic and Religion, 82 ff.) einer Kritik unterzogen, die deren schwachePunkte gut beleuchtet( Nilsson, 36). Abgesehen von dem Zeitpunkte derrömischen Saturnalien( 17. Dezember), wäre hier noch entgegenzuhalten,daß, wenn die Faschings- oder Karnevalszeit den römischen Saturnalienentspräche, dann auch in der Karnevalszeit das gegenseitige Beschenkenaller Sippenglieder am Glückstische üblich sein müßte; denn solch all-gemeine Schenkgebräuche könnten niemals spurlos verlaufen; das Ge-sinde am allerwenigsten, ebenso auch nicht die Familie als Ganzes ließesich die hergebrachten Geschenke nehmen, die man auf Neujahr undWeihnachten tatsächlich findet, während man in der Faschingszeit davon,das heißt von einem allgemeinen gegenseitigen Sichbeschenken amGlückstische, ohne Rücksicht auf das Alter, nichts finden kann( nur beider geschlechtsreifen Jugend ist dieses der Fall in der Faschingszeit).

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*) Carrus navalis Schiffskarren. Schon Tacitus( Germ. 9) erwähnt signa inmodum liburnae figurata bei einer schwäbischen Göttin, die er Isis nennt(= bonadea; in der Schweiz ist Fastnacht das Fest der Bonnen Deen), welche aber bei denGermanen der Hauptgöttin Frija entsprach, die sich bei ihrem Umzuge durchs Landim Frühjahre eines Wagens oder eines Schiffes bediente. In den bayrisch- schwäbischenDonaugegenden zog man Fastnachtskähne auf Rollen durch die Ortschaften, dieMaste mit Eẞwaren behängt( Hermann DM., 382). In der Schweiz( Luzern) ist nocham fetten oder schmutzigen Donnerstag in der Fastnacht die Umfuhr des>> FritschiWagens« üblich( Lütolf, 472); Fritschi Fridolin, 6. März, Personifikation desKalendertages in der Fastnachtszeit.

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