Bronungen
Er weiß gar nicht, wie nothwendig und wohlthuend manchhilfe durch Sonderung der beiden Sprach über den Kopf warf, da waren wir es, die Deutsch-mal die Regenzeit ist.stä m m c. Wir verlangen die nationale Abgrenzung der Gerichts- Fortschrittlichen, die zuerst und unabhängig von anderensprengel, Zweitheilung der obersten Gerichts- und Verwaltungs- Parteien erklärten, daß diese Verordnungen nur mit der Oppo-behörden, Reform der Landtags- Wahlordnung und Errichtung sition in ihren schärfsten Formen beantwortet werden können.voit nationalen Veto- Curien und Regelung des Sprach- Auf diese Erklärung hat der verfassungstreue Großgrundbesitzgebrauches der autonomen Behörden im Sinne der nationalen dem Grafen Badeni seinen Absagebrief geschrieben, undTrennung. Für den Sprachgebrauch der staatlichen Behörden es begann jener Verzweiflungskampf, der Ende Novemberfordern wir, daß der Charakter der deutschen Sprache als all- 1897 den Sturz des Ministers und am 14. October 1899 diegemeiner staatlichen Vermittlungssprache so wie im Reiche auch im Aufhebung der Sprachenverordnungen herbeiführte. Wir habenLande ausdrücklich anerkannt werde. Redner erinnert an dieuns damals der Tag läßt sich historisch feststellen, es war derVerständigungs- Conferenz, bei welcher es beinahe zu einer Einigung 28. April 1897- entschlossen, und früher als jede andere Partei,über die wichtigsten Forderungen der Deutschen gekommen wäre, den ganzen parlamentarischen Mechanismus zum Stehen zuwenn nicht die Czechenführer aus Angst vor den Radicalen gegen bringen, bis die Fessel dieses rechtswidrigen Zwanges von demUnd mehr als Einer von uns,ihr besseres Wissen den Verständigungsgedanken fallen gelassen deutschen Volke genommen war.hätten. Wenn die Deutschen den Czechen freie Hand ließen zur der eine öffentliche Stellung in Staatsdiensten bekleidete, hat dieseWiederbelebung des Staatsrechtes unter der Bedingung, daß dies Stellung und mit ihr feine Existenz aufs Spiel gesezt,unter Wahrung irgend einer Rechtsform und ohne Vergewaltigung ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, denn es galt dasDritter geschehe, so würden die Czechen selbst die Undurchführbar Recht und die Freiheit der deutschen Sache. Das war unserefeit eines solchen Beginnens einsehen. Der Ruf nach dem Staats- Lauheit, unsere Biegsamkeit nach oben. Und als Gautsch undrecht bedeutet nichts anderes als den Ruf nach dem Staatsstreich, Thun von den Verordnungen nicht lassen wollten und der Lez-nach Gewalt. So lange uns auch nur im entferntesten zugemuthet tere mit dem Staatsstreiche drohte, konnte auch daswird, die Existenz eines Staatsrechtes anzuerkennen, faen uns nicht einschüchtern; wir blieben in der Obstruction, bis sichfratie, welche behauptet, daß ihre Anhänger den Sprachenstreitvon einer Verständigung keine Rede sein. Auch die Social- Demo- endlich eine Regierung fand, die uns unser Recht zurückgab.So sehen die Deutsch- Fortschrittlichen aus, gegen die man dieeinfach nicht kennen, ist nicht fähig. eine Verständigung herbeizu- unerhörtesten Vorwürfe schleudert und die man des Volksverrathesführen und die Nationalitäten- Frage zu lösen. Dies beweisen te beschuldigt. Was will man mit diesen Verleumdungen? UnsereVorgänge auf dem letzten Socialistentage, wo ein Antrag betreffs Mandate? Nun, darüber wird die Wählerschaft entscheiden. Jedender deutschen Verkehrssprache durch die slavischen Stimmen zu falls fehren sie rein und fleckenlos in deren Hände zurück. FälltFalle gebracht wurde. Eine Besserung der Verhältnisse ist mir das Urtheil gegen uns aus, gut. Wenn dann aber die Partei, ersdann zu erhoffen, wenn in der Bevölkerung wieder Ernüchterung probt in ihrer treuen, aufopferungsvollen Liebe zu ihrer Nation,plaßgreift und die Erkenntniß, daß nur die Erfüllung unserer erprobt im rücksichtslosesten Kampfe für das Recht des deutschenForderungen die Einkehr erträglicher Zustände ermöglicht.( Leb- Volkes, erprobt in selbstloser Hingebung an die parlamentarischeArbeit, beseitigt ist, dann möge man doch endlich dem tiefbeshafter Beifall.)schämenden Bruderzwist ein Ende machen und dem slavischenGegner eine einheitliche Organisation der nationalen Bertheidigungentgegenstellen. Wir werden nicht aufhören, so weit unsere schwachenKräfte dann noch reichen, in diesem Kampfe als geameine Soldaten unsere Schuldigkeit zu thun.so lange wir athmen. Denn über Alles geht uns desdeutschen Volkes Recht und Ehre. Heil ihm!( Stürmische Heil- Rufe.Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)
Nicht so felten, als man meinen sollte, sind jene Gäste,die mit Genuß die theuersten Cigarren des Gastgebersrauchen, seine edelſten Weine trinken, um nachher die Händezusammenzuschlagen über seine Verschwendung; die ihn erstberauben und dann mit Entrüstung in seine leere Brief-tasche blicken.Doch gibt es auch einen idealen Dauergast, derin einzelnen bevorzugten Familien vorkommt. Niemandmerkt seine Gegenwart; er ist fast den ganzen Tag unsichtbar. Womit er sich beschäftigt, ist gleichgiltig, wenn er nurunsichtbar bleibt. Erscheint er zu den Malzeiten, dannnimmt er an den vorhandenen Gesprächen theil, gerade sowie er von den vorhandenen Speisen ist. Er verlangt wederein Gespräch noch ein Gericht für sich. Nach Tisch ver-schwindet er sogleich wieder. Er geht viel spazieren, natürlichimmer allein. Gibt es einen Botengang, dann erbietet ersich sofort, ihn zu thun, und behauptet, das Gehen sei seinerGesundheit zuträglich, auch wenn er an diesem Tage schonzwölf Kilometer gegangen sein sollte. Er braucht nie etwas,er hat Alles. Er begehrt keine Gefälligkeit. Er gießt sichdas Wasser bei Tisch selbst ein; er wartet nicht etwa, bisjemand Anderer einschänkt, und hält ihm dann das Glasunversehens unter die Caraffe. Er nimmt fast gar keineBedienung in Anspruch, nur die Stiefel putzt er sich nicht.Doch erweist er der Hausfrau niemals eine servile Auf-merksamkeit, denu er weiß, daß er in ihr stets die Ueber-zeugung rege erhalten muß, sie behandle ihn als Gentleman.Er hat ein feines Gefühl für die kurzen Augenblicke, in denendie Hausfrau das Bedürfniß hat, sich auszusprechen, oderder Hausherr, ihm eine Anekdote zu erzählen. In diesenMomenten ist er unbedingt am Platz. Er weiß Alles, wassonst Niemand im Hause weiß. Frißt eine Raupe dem Haus-Herrn die Rübe, dann sagt er sofort ihren lateinischenNamen und die Schandthaten ihrer Gattung her. Er weiß,wie die Aepfel heißen und die Rosen, die nicht einmal derGärtner zu bezeichnen versteht. Er drängt aber unter teinenUmständen sein Wissen auf. Er plaudert anmuthig undschweigt noch anmuthiger, mit jenem Schweigen, das bei
den Anderen die Gedanken voraussetzt.
Nach seiner Abreise rufen Hausherr und Hausfraueinmüthig aus:„ Das ist wirklich ein idealer Gast- dergenirt nicht!"
Dr. Fournier: Der Parteienzwist, der Bruderkriegunter den Deutschen in einer Zeit allerärgster nationaler Bedrängniß durch einen wüthenden Gegner ist ein so betrübendes und beschämendes Schauspiel, schädigt so sehr dasgroße Vertheidigungswerk der Deutschen gegen slavische Herrschsuchtin den Augen des In- und Auslandes, daß es zur Pflicht wird,zu untersuchen, ob hier wirklich jene Versündigungen vorliegen,Seren man die Fortschrittspartei antlagt. Unsere politischen Grundfäße halten an der Verfassung fest, deren Fehler und Lücken wirWir erkennen aber dieses Festhaltenkeineswegs verkennen.an der Verfassung gerade heute als eine unabweisliche Pflicht, woder Ansturm der Czechen auf ihre Vernichtung ausgeht. Daßdiese Constitution namentlich bezüglich des Wahlrechtes einer Aus-gestaltung bedürfe, haben wir stets erklärt und uns auch immerfür directe Wahlen in den Landgemeinden und in der fünftenCurie eingesetzt. Unsere politischen Grundsätze balten an den
Zur Begründung der zu fassenden Entschließung ergreift Dr.Zdenko Schicker das Wort. Redner führt aus, daß die Regiesrung sich bei der Auflösung des Reichsrathes nicht mit der bloßenBerufung auf das constitutionelle Recht und dessen Anwendungzur Beseitigung eines ungefügigen Parlamentes hätte genügenlassen sollen, sondern auch von der Ueberzeugung getragen seinmüßte, daß dieses das einzig mögliche Mittel sei, unt eine Wand-lung zum Besseren herbeizuführen, und darüber im Klaren iein