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Die Tätowierung in den deutschen Hafenstädten : Ein Versuch zur Erfassg ihrer Formen u. ihres Bildgutes
Entstehung
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seine weitausgedehnten Geschäftsreisen führten ihn in viele Länder, be-sonders oft nach Rußland. Auch unterzogen sich begeisterte Amerikanereigens der Reise nach London, um von Macdonald eine Tätowierung zu er-langen. Zu seinen Kunden gehörte eine nicht unbeträchtliche Anzahl vonMitgliedern europäischer Fürstenhäuser, unter ihnen König Eduard VII.von England und die Prinzen des kgl. Hauses, der letzte russische ZarNikolaus( als Zarewitsch), der frühere Sultan von Johore, der Bruder desehemaligen Khediven von Ägypten, die dänischen Prinzen Christian undKarl, dazu viele englische und amerikanische Offiziere und Damen der Ge-sellschaft, Aristokraten des Blutes und des Geldes aus allen Ländern derErde. Macdonalds Stärke lag in der bewundernswerten Abtönung impres-sionistischer Darstellungen aus dem Tierleben, zu denen ihm neben japa-nischen Schnitten auch englische Gemälde als Vorbild dienten( Drachen,Vögel, Schlangen, Eidechsen, Frösche usw.). Doch sind seine Wappen undandere strengstilisierte Muster in ihrer Art gleich vorzüglich. Auch warenseine Farbenmischungen, die er neben dem japanischen Braun benutzte,und insbesondere sein leuchtendes Grün, berühmt¹¹).

Neben Macdonald standen zwei weitere Londoner Hautstecher vorund nach der Jahrhundertwende in höchstem Ruf: Tom Riley und AlfredSouth. Zu den aristokratischen Kunden Tom Rileys zählten der Her-zog von Sachsen- Koburg, der spätere König Georg von England, PrinzChristian Viktor von Dänemark, die Prinzessin Chimay. Während desBurenkrieges( 1900) stach er an der südafrikanischen Front mehrerehundert Offiziere, nachdem der Oberbefehlshaber Lord Roberts denWunsch ausgesprochen hatte, jeder Offizier möge als Erkennungszeichen einbezeichnendes Hautbild tragen). Der dritte berühmte Londoner Haut-

41) Vgl. das große Welt- Panorama der Reisen, Abenteuer, Wunder, Entdeckun-gen und Kulturtaten in Wort und Bild. Ein Jahrbuch für alle Gebildeten, Berlin undStuttgart, o. J., S. 75-80. Daselbst verschiedene Abbildungen Macdonaldscher Täto-wierbilder: ein Tiger auf dem Arm des Sultans von Johore, Kosaken auf dem Armdes Zarewitsch, Falke und Ente. ,, Hackebeils Illustrierte" vom 6. Juli 1927 gibteinen Christuskopf Macdonalds nach Guido Reni wieder in der Dornenkrone undder Beischrift ,, The Wille be Done". Drei andere Tätowierungen Macdonalds inTidens Kvinder, 3. Juni 1932. Der Stein der Weisen, Heft 1, 1903-04, S. 10-13( mit 4 Abb.) zeigt von Macdonaldischen Hautstichen Habicht und Wildente nach demGemälde von A. Thorburn( Rückenstich eines reichen Amerikaners), eine Beinvoll-tätowierung eines Russen und einen stilisierten Lendengürtel. Drei Abb. gibt JeanSyrval ,,, Un illustrateur de la peau humaine" in ,, La Vie Illustrée", 22. Mai 1903( der Text z. T. nach Jacques Boyer; s. Anm. 111); darunter ein schöner chinesischerDrache als Rückenstich. Verschiedene M.'sche Hautbilder leben in Nachstichen War-lichs( Hamburg) und wohl auch anderer Tätowierer weiter.

42) Vgl. Pat Brooklyn, Pictures on the skin. The Experiences of a SocietyTattoo Artist: English Illustrated Magazine 1900, p. 100-111( mit 14 Abb.). TomRiley hatte dem Prinzen Christian Victor eine afrikanische Eidechse aufgestochen( Abb. p. 104), der Prinzessin Chimay eine Schlange mit Schmetterling( Abb. p. 103,

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