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21. Band bei den Tätowierungen an weiteren 150 Gefangenen auch, wound von wem der Hautstich vorgenommen wurde¹). Deutsche Aufsätzeüber die Prostituierten tätowierung22), die ihren ersten Be-obachter in Parent- Duchatelet fand, besitzen wir von Kurt Bo a s23) undR. Bergh), der zu seinen in Kopenhagen durchgeführten Unter-suchungen Anregung in Orazio De Albertis Schrift ,, Il Tatugio nelle Prosti-tute"( 1888) fand. Eine umfängliche Abhandlung von Karl Gottholduntersucht Motive und Genese der Tätowierungen an 75 Normalen, Geistes-kranken und Kriminellen 25).
Von der Soldatentätowierung handelt eine KönigsbergerDissertation von Leopold Goronzek26). Die Kindertätowierungblieb fast unbeachtet), und selbst über die Matrosentätowierung oderden Hautstich bei Handwerkern liegen bisher keine eigenen deutschenUntersuchungen vor 28). Von größeren Bildgruppen fanden nur das
21) Archiv für Kriminal- Anthropologie und Kriminalistik, Bd. 18, S. 141-168;Bd. 21, S. 116-167.
22) Auch über die Prostituierten tätowierung gibt es mehrere italienische undfranzösische Aufsätze seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
23) Kurt Boas, Über die Sitte und Bedeutung des Tätowierens bei Prostituier-ten: Archiv für Kriminal- Anthropologie und Kriminalistik, Bd. 39, S. 2-52.
24) R. Bergh, Über Tätowierungen der Prostituierten: Monatshefte für prak-tische Dermatologie, Bd. 12, 1891, S. 205-217( vgl. Taf. III f.); Ders., Über Täto-wierungen bei Frauenzimmern der öffentlichen und geheimen Prostitution, ebd., Bd. 35,1902, S. 370-377. Zu Untersuchungen über das Prostituiertenhautbild in Berlin( Menger) und Frankfurt a. M.( Grünewald) vgl. Alfred Herz, a. a. O., S. 170 f.
25) Karl Gotthold, Vergleichende Untersuchungen über die Tätowierung beiNormalen, Geisteskranken und Kriminellen: Klinik für psychische und nervöse Krank-heiten, Bd. 9, 1914, S. 193-252.
26) Leopold Gor onzek, Über Tätowierungen bei Soldaten, Königsberg 1912.Vgl. auch Josef Mohl, Mitteilungen über Tätowierungen, aufgenommen an Soldatender Garnison Temesvár: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien,Bd. 38( 3. Folge, Bd. 8), Wien 1908, S. 312-320. Ein kurzer Bericht über das Tätowierenin Münchener Kasernen( und anderwärts) im Korrespondenzblatt der Deutschen Anthro-pologischen Gesellschaft, 1892, Nr. 6. Zur Tätowierung französischer Soldaten währenddes Weltkriegs mit Bildern von Handgranaten, Flugzeugen, Maschinengewehren undTanks vgl.[ Schwarzer] Tag, 26. Juni 1918.
27) Dabei nehmen die Tätowierungen bei Schulkindern zuweilen epidemischeFormen an. So mußte Januar 1914 die Berliner Schuldeputation ausdrücklich davorwarnen( vgl. z. B. Der Montag, 5. Jan. 1914; BZ. am Mittag, 18. Jan. 1914; BerlinerLokal- Anzeiger, 23. Jan. 1914); einen Hinweis auf die Verbreitung des Hautstiches unterKindern gab Elis. Lemke in den Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für Anthro-pologie, Jg. 1890, S. 265.
28) Zur Handwerkertätowierung vgl. E. Rollet, Tatouage d'origine professio-nelle: Gazette hébdomaire de médicine et de chirurgie, 1. Nov. 1890. Ferner:Christian Geill, Identification par le tatouage: Archive d'Anthropologie Crimi-nelle 1902, p. 267-277.