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Die Legende um Dante
Entstehung
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Als Verbannter suchte Dante Alighieri bei verschie-denen Herren Italiens Zuflucht, und so weilte er aucheine Zeitlang an dem Hofe Guidos da Polenta, der damalsder Herr von Ravenna war, und dort ist er auch ge-storben. Dieser Fürst hatte sein Wohlgefallen an Danteswitzigen, schlagfertigen Antworten, und er suchteimmerzu nach Gelegenheiten, ihn zu einer neuen hüb-schen zu veranlassen; denn Dante glich nicht im min-desten den vielen, die heutzutage für sinnreich undschlagfertig gelten wollen und dabei immer dieselbenReden im Munde führen, so daß es den Hunden, ge-schweige denn urteilsfähigen Leuten den Magen umdreht.Guido hatte nun erfahren, daß Dante bei einer Dirne ge-wesen war; diese ließ er sich insgeheim kommen undfragte sie, ob sich Dante als tüchtiger Ritter gezeigt undwie viel Meilen er geritten habe. Das gute Mädchenantwortete: ,, Herr, ich meine, er taugt nicht viel; dennobwohl er eine gute Mähre unter sich hatte, hat er nichtmehr als eine Meile geritten." Darob verwunderte sichder Fürst baß, da Dante noch nicht gar alt und dasMädchen noch sehr jung und für eine Dirne hübsch genugwar. Und er sagte zu ihr: ,, Du mußt ihn heute auf jedenFall hänseln und ihn zum Erröten bringen; laß dichsehen, wann ich mit ihm bei deinem Hause vorbei-komme." Die Dirne versprach es. Am Abend rittenDante und der Fürst durch Ravenna, und die Dirne trat,als sie sie sah, vor ihre Tür und sagte: ,, Guten Abend,Herr Einser!" Dante nahm das Wort auf und antworteteauf der Stelle: ,, Ich hätte auch sechs geworfen, aber dasWürfelbrett paẞte mir nicht." 50

Ohne uns übrigens in eine Erörterung der mehr oderminder beglaubigten Liebesverhältnisse Dantes einlassenzu wollen, müssen wir doch feststellen, daß er nach derÜberlieferung alles eher als ein Asket gewesen ist;literarisch fixiert ist sie seit Boccaccio, der sich folgen-dermaßen äußert: ,, Neben so hoher Trefflichkeit, nebenso hohem Wissen nahm bei dem Dichter einen gar breiten

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