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Die Legende um Dante
Entstehung
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schreiben und durch ihn Zauberei zu treiben, den Vor-wurf des Ketzertums begründete es ist übrigens nichtgar so lange her, daß hierin eine Änderung eingetretenist, war es nur die Auswirkung einer dem Volke gleich-sam selbstverständlich anhaftenden Funktion, wenn esaußerordentliche Menschen mit Fähigkeiten ausstattete,die ihm nicht als außerordentlich galten.

Für den Glauben so mancher seiner Zeitgenossenoder zumindest jüngsten Nachfahren an die Tatsächlich-keit von Dantes Höllenreise bildet einen merkwürdigenBeleg ein Geschichtchen, das Boccacio in dem Tratta-tello in laude di Dante, der zweitältesten BiographieDantes, sicherlich aus dem Volksmunde, erzählt:

Es war also unser Dichter von mittlerer Gestalt, undseit seiner männlichen Reife ging er etwas gebeugt; seinGang war würdevoll und ruhig. Stets trug er anständigeKleidung, wie sie seinem Alter entsprach. Sein Gesichtwar länglich; er hatte eine Adlernase, eher große alskleine Augen und große Kinnbacken: die Unterlippestand der oberen etwas vor. Die Gesichtsfarbe warbräunlich, Haar und Bart dicht, schwarz und kraus, dasAntlitz stets schwermütig und versonnen.

So geschah es denn eines Tages in Verona, als derRuhm seiner Werke, sonderlich aber jenes Teiles seinerCommedia, den er Inferno nannte, allgemein verbreitetwar und ihn viele Leute, Männer und Frauen, kannten,daß er an einem Hause vorbeikam, vor dessen Türmehrere Frauen saßen, und eine von diesen sagte leise,aber nicht so leise, daß es nicht er und seine Begleitergehört hätten, zu den andern: ,, Seht ihr den? Das istder, der in die Hölle geht und zurückkommt, wann esihm beliebt, und Nachrichten über die drunten herauf-bringt." Und eine von den Frauen antwortete einfältig:,, Wahrhaftig, das muß wahr sein, was du sagst; siehstdu nicht, wie kraus sein Bart und wie braun sein Gesichtist von der Hitze und den Qualen da unten?"

Da Dante erkannte, daß diese Worte, die er hinter

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