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tauchen vor uns auf. Nicht mit Unrecht werden gerade,, des Knaben Wunderhorn" und die Kinder- und Haus-märchen" als die charakteristischen Denkmäler dieserPeriode in einem Atem genannt; die beiden Werke sindgleichen oder doch ähnlichen Verhältnissen entsprungen,und ihre Verfasser standen auch persönlich in innigenBeziehungen zu einander. Im Wunderhorn hatte sich diebegeisterte Liebe für altdeutsches Leben und Volkspoesieein schönes Denkmal errichtet. Absterbende und zerstreuteBlüten deutscher Volkslyrik waren hier, freilich manchmalkünstlich zurechtgestutzt, in einem grossen Werke ver-einigt. Auch eine umfassende Zusammenstellung germa-nischer Altertümer wurde von Arnim geplant. Seine Er-klärung in Beckers Reichsanzeiger vom 17. Dez. 1805spricht unter anderm auch von ,, mündlich überliefertenSagen und Märchen", die in der Sammlung Platz finden.sollten). Aber nicht alles kam zu stande, was er inAussicht gestellt hatte; vorläufig galt es, das Wunderhornzum Abschluss zu bringen. Während Brentano und Arniman den weiteren Bänden tätig waren, rüsteten die BrüderGrimm in Cassel zu ihren späteren Publikationen. Ingrösserem Umfange beginnt ihr Sammeln und Aufzeichnenseit etwa 1806. Ihre Schätze müssen rasch an Ausdehnungund Bedeutung gewonnen haben; Brentano, der 1807 inCassel mit den Grimms zusammentraf, staunt über ihrenReichtum, den er für den 2. Teil des Wunderhorns zubenutzen gedenkt.
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Um diese Zeit ist zwischen den Brüdern und denHerausgebern des Wunderhorns auch über den Plan ver-handelt worden, ein öffentliches Organ für altdeutschePoesie und Volkskunde zu schaffen 2). Neujahr 1811 taucht.der Gedanke von neuem auf. Der altdeutsche Sammler",wie die Zeitschrift heissen sollte, war zur Aufnahme allerSagen, Märchen, Lieder, Volksscherze usw. namentlich
1) Steig, Achim v. Arnim I, 150.
2) Steig, Zs. d. Vereins f. Volkskunde 1902, 129 ff.
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