Dermatologische Beobachtungen aus West- Grönland.
1. Sie betrifft bloß weibliche Individuen.
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2. Sie scheint zur Zeit der Pubertät zu beginnen undsich von da an unaufhörlich auszubreiten.
3. Ihre Prädilektionsstelle ist die Regio parietalis unmittelbarüber dem Ohre..
4. In der Regel finden wir nur eine einzige Plaque, in selte-neren Fällen mehrere Inseln, welche allmählich miteinander zukonfluieren scheinen.
5. Von dem ursprünglichen Sitze aus strebt die Affektionsich occipitalwärts und frontalwärts auszubreiten.
6. Beide Seiten des Kopfes sind meist gleichmäßig von derAffektion betroffen, in seltenen Fällen sah ich jedoch die eineSeite ganz intakt.
7. Das Endresultat scheint eine den ganzen Kopf einzu-nehmende Alopecie zu sein, wie ich sie des öfteren bei Frauenim Greisenalter antraf, wobei aber doch noch immer spärlicheHaare von normaler Beschaffenheit erhalten bleiben.
8. An den Haaren selbst konnte ich keinerlei Verände-rungen konstatieren und auch die Haut hat gewöhnlich eben-falls normales Aussehen, nur in seltenen Fällen zeigt sie ver-mehrte Desquamation.
9. Ob hereditäre Verhältnisse dabei in Betracht kommen,konnte ich bei der allgemeinen Verbreitung der Affektion nichtnachweisen.
10. Ich konnte die Affektion nur bei Grönländerinnenkonstatieren, welche die charakteristische grönländische Haar-tracht trugen, nicht aber bei solchen, welche sich von Jugendan der europäischen bedienten.
Schon der Umstand, daß wir die Affektion ausschließlichbei Frauen und zwar speziell bei solchen finden, welche durchlange Zeit die eigenartige nationale Haartracht getragen haben,weist auf diese Haartracht als den wichtigsten ätiologischenFaktor hin. Wie aus den Abbildungen ersichtlich, werden dieHaare von allen Seiten des Kopfes an einer Stelle des Scheitelsoder etwas occipitalwärts davon, in der Gegend des Vertex,vereinigt und dort mit einem Bande fest umschnürt.
Arch. f. Dermat. u. Syph. Bd. XCI.
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