VI
Einleitung.
ihnen machen sollst"( 29, 1),„, siehe, ich berufe Bezalleel nament-lich"( 31, 1) ,,, und er gab sie Mose"( 32, 1) ,,, auf steige hinab"( 32, 7),,, und Mose flehte"( 32, 11),„ gedenke an Abraham"( 32, 13),„ hauedir"( 34, 1).
Zu den Begebenheiten und Thatsachen, welche eine haggadischeAusschmückung erfahren, gehören: Mose Auffindung im Nil, seineErziehung am Hofe Pharaos, die Tödtung des Aegypters, sein Kom-men nach Midian, die Vision im Dornbusche, seine Begegnung mitAaron, sein Erscheinen vor Pharao als Gesandter Gottes, die zehnPlagen, der Auszug aus Aegypten, die Begegnung mit Jethro inder Wüste und die Gesetzgebung.
Manche der zu den Texten hinüberleitenden Proömien sindpractisch gut durchgeführt. So wird in Parascha I die Wahrheitder Stelle Prov. 13, 24 an Ismael und Jizchak, an Jacob, Esau undAbsalom nachgewiesen. Ueberhaupt kommen gerade in dieser Pa-rascha beherzigenswerthe pädagogische Grundsätze zur Geltung.Allzu grosse Liebe der Eltern, das ist ungefähr das Resumé derErörterung, bewirkt nur Entartung der Kinder, während Strenge inder Erziehung frommen Sinn und gute Sitte erzielt. Dabei wird aufBerachot fol. 7b verwiesen, wo es heisst: ,, Schlechte Zucht im Hauseist schlimmer als die Kämpfe mit Gog und Magog."
Entsprechend dem Character des zweiten Buches Mose, welchesdie Erlösung des israelitischen Volkes von der Knechtschaft derägyptischen Pharaonen zum Gegenstande hat, haben viele Abschnitteeinen messianischen Schluss. Gott wird die Zeit der Erlösung Israelsbeschleunigen, das wüste Zion wird wieder aufgebaut werden unddas vom Feinde bedrängte Volk wird reichen Trost finden. Vorallem wird die messianische Aera frei von Abgötterei sein, da Gottden bösen Trieb oder die Leidenschaft in den Herzen seiner Kinderentwurzeln wird. Vergl. Par. XV, XVIII, XXIII- XXV, XXIX,XXXII, XL, XLI, L- LII.
Wie in anderen Midraschim, so fehlt es auch im Midrasch Sche-mot r. nicht an mannigfachen Anspielungen auf Zustände und Vor-gänge im späteren römischen Kaiserreich. Namentlich zeigen sichdergleichen historische Bezugnahmen in den Gleichnissen. So heisst esz. B. R. Abin sagte:„ Gleich dem, welcher die Bildsäule des Duxgesteinigt hatte. Da befahl der König: Der Thäter werde ent-hauptet, denn morgen könnte er es auch mit mir so machen." Esist damit auf die Zeit der rohen und grausamen MilitärherrschaftRoms hingedeutet, wo die Regierung in den Händen der Präfectender Garde lag und wo immer der Inhaber der Krone vom Nach-folger ermordet wurde. In Parascha XV lesen wir folgendes Gleich-niss des R. Levi: ,, Gleich einem Dux, welchem die Legionen denPurpur umwarfen. Was thut er? Er erlässt ihnen die Steuern,verbrennt den Schuldbrief und führt die Obersten der Legionen vor.Diese Zeit wird der Anfang seiner Regierung genannt." Es schwebtdem Gleichnissredner auch hier der im römischen Reiche zur Zeit