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Bericht über eine Studienreise nach Bosnien und der Herzegowina
(September - Oktober 1910)
Entstehung
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Wenn ich mich nun einer zusammenfassenden Darstel-lung der von mir in Bosnien wahrgenommenen gewerblichenZustände zuwende, habe ich zunächst der groß in-dustrielle n

Produktion

soweit eine solche im Lande besteht.

zu gedenken,

Sie beruht fast ausschließlich auf der Verwertungder Naturschätze des Landes; so sind mehrere Berg- undHuttenbetriebe vorhanden, ferner einige großangelegteHolzindustrion, eine größere Tischlerwarenfabrik, Ziege-leien, mehrere chemische Fabriken, eine Brauerei, danndie Werkstättenbetriebe der Landesbahnen, und endlichdie sozialpolitisch anscheinend am weitesten entwickelteIndustrie des Landes, nämlich die Tabakfabrikation.Die meisten dieser Industrien sind sogenannteangesetzte Industrien, d.h. sie haben sichnicht aus früher bestehenden Gewerben oder Hausindustrienentwickelt, stellen also nicht das Ende eines im Landeselbst vollzogenen Fortschreitens vom kleinen zum größe-ren Unternehmer dar, sondern sind im Wege der Assoziationfremden Kapitals entstanden und importiert worden. Fernersind es zumeist Industrien, die Halbfabrikate liefernund nicht qualitativ weit entwickelte Fertigprodukte.Wie überall sind auch in Bosnien sowohl die Vortei-le wie die Nachteile solcher Industriebetriebe undihre wechselvollen Wirkungen auf den Zustand der Gewerbezu erkennen. Ihr wichtigster Vorteil liegt auf der Hand;sie sind neue ergiebige Steuerquellen, die zur Deckungder Kosten einer modernen Verwaltung unentbehrlich ge-worden sind.