Druckschrift 
Bericht über eine Studienreise nach Bosnien und der Herzegowina
(September - Oktober 1910)
Entstehung
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wieder alles echt und rein.

Ein kleiner türkischer Friedhof, nur gute einfacheGrabzeichen unter alten Eichen.

Die Landleute( Kmeten) wohnen schlecht. Dastypische Bauernhaus sieht proletarisch und nach Not-durft aus.

Nahe vor der Grenze zwischen der Herzegowina undBosnien wird die Landschaft noch einmal ganz ungewöhn-lich. Nachdem man die Grenze, den Ivanpaß, überschritten,erinnert das Land stark an die nördlichen Voralpen undverliert an Eigenart.

Alle Eisenbahnarbeiter sind in nationaler Tracht,die sie sich in gutem Zustand zu erhalten wissen. Dienicht in Tracht gekleideten sind zerfetzte Lumpenprole-tarier. Könnte man nicht dort, wo die nationale Trachtnicht zu erhalten ist, auf verschiedenen Wegen dafür sor-gen, daß sich wenigstens ein Arbeitskleid einbürgere?

Sarajevo. In einem großen, gut geführten Hotel imStil der Reichenberger oder Grazer Hotels;" moderne" Mö-bel, doch von der reifen Moderne ist dort kaum wenigerzu sehen als bei uns.

Gleich beim ersten Rundgang durch die Stadt drängensich mir drei Typen baugewerblicher Produktion auf:1. Die Reste alter Bauweise. Moscheen und zahlreicheEinfamilienhäuser mit stark ausgeprägter Eigenart( Mos-limhäuser offenbar,-- haben auch die Serben und Kroateneine eigene Bauweise?). 2. Einige öffentliche Neubau-ten im maurischen Stil. Moderne orientalische Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalische Ornamentik.Anscheinend alles nur äußerlich. Sicherlich eine Ver-