Die Allegorie der Austria als Personifizierung der vom»> Haus Öster-reich geführten Doppelmonarchie hat eine über mehrere Jahr-hunderte zurückgehende Vorgeschichte. So finden sich Darstel-lungen der Austria auf einem 1571 vom Wiener Dom- und Stadt-baumeister Hans Saphoy gestalteten Marmorportal in der Vorhalledes 1586 fertig gestellten Niederösterreichischen Landhauses inder Wiener Herrengasse sowie in einem 1710 von Antonio Beduzzigeschaffenen Deckenfresko im dortigen großen Sitzungssaal. Esfolgten der» Austriabrunnen« von Ludwig Schwanthaler auf derWiener Freyung( 1846) sowie steinerne Austria- Statuen imVerfassungsgerichtshof( 1848) und an der Nordfassade des Ar-senals( 1853). Auch bei der Wiener Weltausstellung von 1873 tratdie» Austria<< mehrfach auf, z.B. gemeinsam mit einer» Hungaria<<aus der Hand des Bildhauers Eduard v. Hellmer. Unmittelbar nachCzernowitz entstanden eindrucksvolle Skulpturen dieser»>> mutter-ländischen Personifikation im Heeresgeschichtlichen Museum( 1876, von Johannes Benk), am Wiener Justizpalast( 1881) und imVestibül der ehemaligen Länderbank in der Hohenstaufengasse( 1883). Die jüngsten» Damen«< in dieser Funktion stehen im GrazerStadtpark( 1891) und am Wiener Michaelerplatz(» Die Macht zurSee«, 1885).
Das Austria- Denkmal von Czernowitz wurde 1918 von den rumäni-schen Besatzern entfernt und schien für alle Zeiten verschwunden.Der Torso der Statue tauchte jedoch im Mai 2003 bei Kanalarbeitenunter dem Betonboden im Hof eines Bankgebäudes( früherGewerbemuseum) wieder auf.
Seit 2006 tourt ihre in Gips gegossene stattliche Form als multipleszeitgenössisches Kunstwerk im Rahmen des Projektes» Brücken:Schlag durch Länder, mit denen Austria einst aufs Engste verbun-den war.
Peter Diem