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Bilanz 1995 - 2005, Perspektiven 2005 - 2015 / Österreichisches Museum für Volkskunde ; Ethnographisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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Sammlungen

Das Österreichische Museum für Volkskunde besitzt umfangreichehistorische Sammlungen aus dem Bereich der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie und wichtige Sammlungen aus anderen RegionenEuropas. Sie geben Einblick in die Vielfalt der traditionellen Volks- undAlltagskultur und in das überlieferungsgebundene künstlerische Schaffenbreiter Bevölkerungsschichten Europas. Der Fundus beinhaltet vorwiegendArtefakte der sog. Volkskunst, ergologische Objekte, anlassbedingte undbrauchgebundene Gegenstände, Dinge der alltäglichen Lebenswelt, die dieZeit ab dem 17. Jahrhundert- mit Hauptgewicht auf dem 19. Jahrhundertbis zur Gegenwart umfassen. Sie spiegeln in ihrer Zusammensetzungdie Interessen und Entwicklungen des Faches Volkskunde/ EuropäischeEthnologie wider, lassen sich nach sozialhistorischen, regionalen, material-typischen und herstellungstechnischen Gesichtspunkten erfassen, sindaber auch unter anderen Aspekten wie Sinnsystemen, Symbolstrukturenund Kommunikation zu lesen und zu kontextualisieren. Die Sammlungs-

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Hauptsammlungen ÖMV/ EMK 1995-2005 tätigkeit der vergangenen zehn Jahre zielte einerseits auf die Ergänzung

und Erweiterung der bestehenden Sammlungen und andererseits auf dieEntwicklung neuer Sammlungskonzepte innerhalb fachspezifischer natio-naler wie internationaler Netzwerke. Im Zusammenhang mit aktuellenAusstellungsthemen wurden neue Sammlungsschienen gelegt; die inden 1970er und 1980er Jahren getrennten Sammlungstätigkeiten desÖsterreichischen Museums für Volkskunde in Wien( Österreich mit Aus-griffen nach Nord-, West- und Südeuropa) und des EthnographischenMuseums Schloss Kittsee( Ost- und Südosteuropa) wurden seit 2002wieder zusammengeführt.

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Das ÖMV/ EMK beschäftigt sich mit derErfindung der sogenannten Volkskulturin der Moderne, mit ihren heutigenErscheinungsformen und mit den damitverbundenen Konstruktionen einerneuen Ästhetik und wechselnderIdentitäten. Es setzt sich mit histori-schen und gegenwärtigen Lebensstilenund kulturellen Äußerungen sozialerund ethnischer Gruppierungen vorwie-gend im europäischen Raum auseinan-der. Die von Beginn an vorwiegendunter dem Konstrukt ,, Volkskunst"angelegten zentral-, ost- und südost-europäischen Kollektionen mitVergleichssammlungen aus anderenTeilen Europas sollen auch in Hinkunftbehutsam weitergeführt werden.

Im Zusammenhang mit einem erweiter-ten Kulturbegriff werden neueSammlungsstrategien jedoch auf dieDingwelt der Alltagswirklichkeit undauf zeitgenössische Leitobjekte zielen,welche auf ihre Zeichenhaftigkeit undSymbolik und ihren identitätsstiftendenCharakter hin untersucht werden kön-nen. Die Sammlung wird die materielleBasis künftiger Erinnerungsarbeit dar-stellen. Sammeln ist somit auch immereine Geste gegen die Vergänglichkeitund das Vergessen. Dabei bekennenwir uns durchaus zur Subjektivität, diejegliches Sammeln charakterisiert, dochmuss die Auswahl zielsicher begründ-bar sein. Ein weiteres Auswahlkriteriumwird die Tauglichkeit der Dinge sein,

als Indikatoren für gesellschaftlicheProzesse, soziale Umstände und wirt-schaftliche Entwicklungen zu fungieren,also polyvalente Bedeutungsebenen zuerschließen. Neben zeittypischenProdukten des Konsums, des Wohn-und Lebensumfelds, der Arbeitsweltund Freizeitbeschäftigung werden diesauch weiterhin die Dinge sein, dieunter den Flaggen Folklorismus undpopuläre Ästhetik segeln, oder diejeweils unterschiedliche Themen-schwerpunkte in signifikanter Auswahlbelegen. Die Summe von Dingen undderen möglichst breiter Kommentierungwird den besonderen Wert dieserneuen musealen Objekte ausmachen.