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Das Erzherzog Rainer-Museum für Kunst und Gewerbe in Brünn : anlässlich des vierzigjährigen Bestandes des Museums im Auftrage des Kuratoriums hrsg
Entstehung
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Anstalten.

Die materielle Erhaltung dieser Malkurse, in denen Kopf-| des Erzherzog Rainer- Museums« sind, zweiundzwanzigund Aktzeichnen, Stilleben, kunstgewerbliche Entwürfeund Landschaftsmalerei geübt werden, obliegt seit 1900der Brünner Gesellschaft der Kunstfreunde, derenObmann der Direktor des Museums ist und deren Arbeits-räume nebst einem geräumigen Oberlichtsaal sich imDachgeschoße des Museums befinden.

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Der Wunsch, nicht nur die Mitglieder, sondern dieÖffentlichkeit überhaupt von den Arbeiten und Ver-anstaltungen des Museums regelmäßig zu unterrichten,ließ schon frühzeitig den Wunsch reifen, zusammen-hängende amtliche Nachrichten, Abhandlungen und Vor-träge im Wege der Tagespresse erscheinen zu lassen.

Die Druckerei W. Burkart stellte hiefür in dankens-werter Weise die Spalten der in ihrem Verlage erschei-nenden Tageszeitung» Mährisch- schlesischer Korrespon-dent<< zur Verfügung, und so erschien als Sonderabdruckdaraus am 28. September 1883 die erste Nummer der>> Mitteilungen des Mährischen Gewerbemuseums<<,die seither ununterbrochen fortgesetzt wurden, aber seit1886 nicht mehr als Flugblätter, sondern als Monats-schrift, wenn auch noch im Sonderabdruck aus der ge-nannten Tageszeitung.

Im Jahre 1905 beschloß das Kuratorium, die Zeitschriftunabhängig zu machen und als selbständige Monatsschriftin der Druckerei R. M. Rohrer herstellen zu lassen. Hiererscheint sie mit Rücksicht auf den geänderten Namen desMuseums seit ihrem 26. Jahrgange( 1908) unter dem Titel» Mitteilungen des Erzherzog Rainer- Museums<<.Seit 1901 dient sie auf Beschluß des Verbandes öster-reichischer Museen auch als dessen Organ, seit 1905auch als das des Verbandes mährischer Ortsmuseen undseit 1912 zugleich als Zeitschrift des Deutsch- mährischenVerbandes für Heimatschutz.

Um einen regeren Verkehr unter den Schwester-anstalten herbeizuführen, der in administrativen und wissen-schaftlichen Fragen unerläßlich ist, auch um durch ge-meinsame Veranstaltung von Wanderausstellungen u. dgl. m.unnötige Mühen und Kosten zu ersparen, regte derDirektor die Gründung eines Verbandes österreichi-scher Kunstgewerbemuseen an, der im Jahre 1900in Wien ins Leben trat und 1912 schon die neunzehngrößten Kronlandsmuseen umfaßte. In diesem Jahre fandeine Titeländerung statt, wodurch auch Museen nicht reinkunstgewerblicher Richtung der Eintritt ermöglicht wurde.

Seit 1913 umfaßt dieser Verband österreichischerMuseen, deren Zeitschrift nach wie vor die» Mitteilungen

Den wichtigen Zusammenschluß unter den kleineren Orts-museen Mährens bezweckte der 1905 von der Direktion insLeben gerufene Verband mährischer Ortsmuseen, demjetzt zwölf Anstalten angehören. Ihre Tagung findet all-jährlich in einem anderen Orte Mährens unter der Leitungdes Direktors des Erzherzog Rainer- Museums statt.Durch Beschluß dieses Verbandes erfolgte 1912 dieGründung eines Deutsch- mährischen Verbandes fürHeimatschutz unter dem Protektorate des k. k. Statt-halters Exzellenz Oktavian Freiherrn Regner v. Bleyleben.Zum Verbandsvorsitzenden wurde der Direktor des Erz-herzog Rainer- Museums gewählt.

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Diese von Jahr zu Jahr in die Weite und Tiefewachsende Tätigkeit war nur durch das verständnisvolleund zähe Zusammenwirken maßgebender und opferbereiterFaktoren denkbar.

Aus der Sehnsucht des Gewerbestandes nach künst-lerischem und materiellem Fortschritt geboren, durch denopferwilligen Gemeinsinn und die warme Heimatsliebeder Mährer, durch die rechtzeitige Unterstützung derMinisterien und des Landtages, der Gemeinde Brünn, derbeiden Handelskammern, der I. Mährischen Sparkassekräftig gefördert, ist das Mährische Gewerbemuseumzumal aus den Mitteln der mährischen Industrie und desGroßgrundbesitzes als Stiftung in das Leben getreten.

An der Spitze der Stifter stehen Seine Majestät derKaiser und Seine kaiserliche Hoheit Erzherzog Rainer.Der erlauchte Prinz, der als Erster auf dem euro-päischen Festlande die Tragweite der Semperschen Ge-danken, wie sie sich in der Gründung des Kensington-Museums aussprachen, erkannt und durch die Schaffungdes Wiener K. k. Österreichischen Museums für Kunst undIndustrie erwiesen hat, ist auch an der Wiege unseresMuseums gestanden und hat seit 1873 bis zu seinem Todedurch mehr als neununddreißig Jahre seine schützendeHand als Protektor über unsere Arbeit gehalten.

In dankerfüllter Huldigung hat das Kuratorium imJahre 1907 zum achtzigjährigen Geburtsfeste Seiner kaiser-lichen Hoheit beschlossen, dieses Haus zum bleibendenGedächtnisse an seinen Protektor in alle Zukunft» Erz-herzog Rainer- Museum« zu nennen.

Das bedeutet für das Museum in einem AtemzugeAnerkennung und Auszeichnung, Ansporn, aber auch Ver-pflichtung.

JULIUS LEISCHINGDirektor des Erzherzog Rainer- Museumsfür Kunst und Gewerbe in Brünn.