Werke moderner Kunst zeigten:
1898 die Originalentwürfe und Wiedergaben von Ge-mälden des in Eibenschitz( Mähren) geborenenMalers Alfons Mucha,
1902 die Ausstellung von Zeichnungen und Gemäldender Frau Gabriele Murad- Michalkowsky,
1903 die Gotthard Kuehl- Ausstellung,
die Gemälde und Radierungen von Karl MariaThuma,
1905 die Ausstellung des k. k. Wandermuseums,
die große Plakettenausstellung,
1906 die Gemälde und Radierungen von LudwigMichalek,
1907 die Gemälde von Anton Nowak,
1908 die Entwürfe für das Brünner Mendeldenkmal,1912 Originalhandzeichnungen und Studien moderner
Künstler,
1913 die Musik- und Theaterausstellung.
Insbesondere konnten die modernen graphischenKünste wiederholt in ihrer Entwicklung vorgeführt werden( 1897, 1898, 1902, 1910). Besonders bemerkenswert
waren:
1897 die Gesamtausstellung William Ungers,1899 die Ausstellung japanischer Graphik,
1900 und 1902 die beiden Emil Orlik- Ausstellungen vorund nach seiner japanischen Reise,
1907 die Radierungen von Ferdinand Schmutzer,1911 Frank Brangwyn, ebenso wie die vorhergenannten
von den Künstlern selbst zusammengestellt,die Schabkunstausstellung,
1912 die Ausstellung farbiger Kupferstiche.
Photographische Ausstellungen unter Mitwirkungdes Wiener und des Brünner Kameraklubs und der her-vorragendsten auswärtigen Amateure fanden 1897, 1902,1907 und 1911 statt. Im Jahre 1905 konnte eine großeAusstellung photomechanischer Reproduktionsverfahren,1908 eine Ausstellung der Wiener k. k. GraphischenLehr- und Versuchsanstalt gezeigt werden.
Der künstlerischen Erziehung waren gewidmet:1901, 1905, 1910 die Ausstellungen der k. k. Fachschulen,1903 die Naturzeichnungen der Wiener und1904 die der Brünner Volks- und Bürgerschulen sowieder Mittelschulen,
Schließlich fand auch die moderne WohnungsreformBeachtung durch die
1909 veranstaltete Ausstellung der Deutschen Garten-stadtgesellschaft in Karlsruhe,
1912 durch die Ausstellung der Wiener Zentralstelle fürWohnungsreform.
Die vom mährischen Kunstgewerbe lebhaft gewünschtestärkere Einwirkung des Museums auf die Schaffendenunserer Zeit wurde einerseits durch die Angliederungeines kunstgewerblichen Ateliers und anderseits dieEröffnung einer im Museum untergebrachten Verkaufs-halle mährischer Kunstgewerbearbeiten erstrebt.Während die letztere infolge der in geschäftlicher Hinsichtwenig günstigen Lage des Museums sich nicht recht ent-wickeln konnte und schon 1894 aufgelöst worden ist,erfreut sich das im Jahre 1887 von der Brünner Han-dels- und Gewerbekammer gestiftete kunstgewerblicheAtelier des Museums noch immer zahlreicher Aufträge.Es liefert die Entwürfe und Werkzeichnungen für mährischeKunstgewerbetreibende seit 1894 unentgeltlich.
Im Atelier wirkten seit:1886 Architekt Langer,1888 Architekt Hans Worresch,1892 Architekt Richard Völkel,1898 Bildhauer Klemens Purger.
Als die technische Ausbildung des Gewerbestandesin den Vordergrund trat, entschloß sich das Kuratorium,
den kunstgewerblichen Abteilungen des Museums eine
» Abteilung zur technischen Förderung des Klein-gewerbes<< anzugliedern, die 1895 eröffnet wurde. IhreVerwaltung oblag einer aus Vertretern des Kuratoriumsund des Mährischen Gewerbevereines als Anregers be-stehenden Technischen Kommission unter dem VorsitzeGustav Ritter v. Schoellers.
Die administrative Leitung oblag dem Direktor desMuseums, die technische Leitung seit:
1895 Ingenieur Josef Pauker,1897 Ingenieur Josef Darilek.
Im Jahre 1910 ist diese Abteilung vom Lande an-läßlich der Begründung eines Mährischen Landesamtesfür Gewerbeförderung übernommen worden.
Im Rahmen dieser» Technischen Abteilung«< fand im
1905 die Ausstellung künstlerischen Spielzeuges sowie Jahre 1905 im Museum über Anregung seiner Direktionwiederholte Schulausstellungen der Zeichen- undMalkurse der Brünner Gesellschaft der Kunstfreunde.
Einer der wichtigsten Aufgaben der Museen, demHeimatschutz, waren gewidmet:
1905 die Ausstellung alter Städtebilder,
1909 die Ausstellung künstlerischer Stadt- und Land-schaftsbilder.
die erste Tagung der österreichischen Gewerbe-förderungsanstalten statt.
Zur gründlicheren Schulung des Kunstsinnes hat dasMuseum 1899 eine Zeichen- und Malschule eingerichtet,die im ersten Jahre von Bildhauer Klemens Purger, von1900-1905 vom akademischen Maler Anton Hlawaczekaus Wien und seit 1905 vom akademischen Maler AntonNowak, Mitglied der Wiener Sezession, geleitet wird.