Als Kustoden wurden berufen im Jahre
1874 Heinrich Frauberger,
1881 Anton Gruschka,
1882 Dr. Anton Kisa,
1884 Karl Schirek.
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Die zunächst auf der Wiener Weltausstellung er-worbenen ersten Sammlungsstücke fanden in den Räumendes Mährischen Gewerbevereines gastfreundliche Unter-kunft. Hier wurde das Museum am 2. Dezember 1873,zum fünfundzwanzigjährigen Regierungsfeste des Kaisers,in feierlicher Weise eröffnet.
Als es im Laufe der Jahre schien, daß der verfüg-bare Raum nicht mehr ausreiche, wurde 1881 mit demBau eines eigenen Hauses begonnen. Die Stadt-gemeinde Brünn, die zu den Stiftern des Museumsgehört, widmete in dankenswertester Weise den Baugrundam Fuße des Spielberges( Elisabethstraße 14), währenddie Mittel zum Bau durch die Ausgabe von unverzinslichen, verlosbaren Anteilscheinen und durch ein Darlehender I. Mährischen Sparkasse in Brünn aufgebracht wurden.Die Baupläne, die sich in der Grundrißeinteilung an denFerstelschen Bau des k. k. Österreichischen Museums inWien anlehnen, wurden von Hochschulprofessor J. G. Schönkostenfrei beigestellt.
Im Jahre 1883 konnte das Gebäude bezogen werden.Fünf Jahre später, anläßlich der zum vierzigjährigenRegierungsfeste des Kaisers veranstalteten Jubiläums-ausstellung, die im Museum stattfand, hat Hochschul-professor A. Prokop den rückwärtigen Teil angebaut unddadurch das Gebäude auf das doppelte Ausmaß ver-größert, wodurch allerdings zugleich auch der Säulenhofverfinstert und ein dahinterliegender Lichthof geschaffenworden ist, dessen Verwendung Schwierigkeiten bot.
Das Kuratorium entschloß sich deshalb 1912 zueinem Umbau im Innern, wodurch die Helligkeit imSäulenhof und Stiegenhause tunlichst erhöht und derLichthof zur Aufstellung der kirchlichen Abteilung ge-eignet wurde. Bei diesem Anlasse wurden die Kanzleienund die Bibliothek in den rückwärtigen Teil verlegt unddadurch die freundlichen Räume des ersten Stockwerkes,gegenüber dem Spielberg, für die Möbelsammlung frei.
Mit diesem Umbau stand die längst nötig gewordeneNeuordnung und Umstellung der Sammlungen in Ver-bindung, die, seit 1912 im Gange, sich nach nunmehrigerFertigstellung in folgender Verteilung zeigt:
Von den rund 11.200 Inventarnummern, die das
Museum jetzt verzeichnet hat, gelangten zur Aufstellung:Im Erdgeschoß die kirchlichen Arbeiten( Gemälde,Altäre, Kanzeln, Paramenten, Holzschnitzereien undMetallarbeiten);
im ersten Stock die weltlichen Arbeiten in kunst- undkulturgeschichtlicher Entwicklung vom Altertum biszum Empirestil;
im zweiten Stock die bäuerlichen Arbeiten, namentlichdie mährischen Sammlungen an Tonarbeiten, Sticke-reien und Spitzen;
dann die Spezialsammlungen orientalischer Glossar ::: zum Glossareintrag orientalischer Kunst( Ke-ramik, Textilien, Holz- und Metallarbeiten), euro-päischer Keramik und Glas, die Textilsammlung,die Metallabteilung, die Abteilung der Holz-arbeiten und Kleinplastik, die Bucheinbände,die Gruppe moderner Arbeiten und schließlichdie Sammlung von Gips- und galvanoplastischenAbgüssen.
Die erzieherische Aufgabe des Museums zu erfüllen,wurde seit seiner Gründung auch auf die Veranstaltungenvon Vorträgen und Ausstellungen besonderes Gewichtgelegt. Ihnen beiden ist in erster Linie der ungewöhnlich
starke Besuch des Museums zu danken, der durchschnittlich30% der Bevölkerung beträgt.
Die Vorträge boten willkommenen Anlaß ein Stamm-publikum treu anhänglicher Freunde des Museums zubilden und ihnen auch durch auswärtige Fachleute denwünschenswerten freien Überblick über Kunstforschungund Kunstschaffen anderer Orte zu vermitteln.
Aus der langen Reihe von Ausstellungen, dietunlichst alle Arbeitsgebiete der Anstalt berücksichtigthaben, seien hier nur die wichtigsten hervorgehoben.Der Erforschung alter Kunst dienten:1885 die kirchliche Ausstellung,1886 die Ausstellung von Wehr und Waffen,1898 die große» Buchausstellung<<,
1899 die zwei aufeinanderfolgenden Ausstellungen histo-rischer Trachten und historischer Möbel,1902 die Ausstellung von Kunst- und kunstgewerblichenGegenständen aus mährischem Privatbesitz,1903 die Ausstellung von Werken der Kleinplastik,1906 die Silhouette- Ausstellung,
1909 die Miniaturen des 1809 geborenen Brünner MalersPatrizius Kittner,
1910 die Ausstellung von Handzeichnungen aus demBesitze des Herrn Arnold Skutezky,
1913 die eben in Vorbereitung stehende keramischeAusstellung.
Zur Pflege modernen Kunstgewerbes fanden statt:1888 die große Jubiläumsausstellung anläßlich des vierzig-1895 die Walter Crane- Ausstellung,jährigen Regierungsfestes des Kaisers,
1898, 1900 und 1908 Interieurausstellungen,1903 die» Wiener Kunst im Hause<<,
1904» Der gedeckte Tisch«<,
die Vorhang-, Teppich- und Tapetenausstellung,die Gewebe von R. Schlattauer,die Plakatausstellung,
1910 die erste Ausstellung des Deutsch- mährischen Kunst-gewerbebundes,
1911 die Ausstellung moderner österreichischer Spitzen.