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Dalmatien und seine Volkskunst : Muster und Kunsttechniken aus altem Volks- u. Kirchengebrauch ; Spitzen, Stickarbeit, Teppichweberei, Schmuck, Trachten u. Gebrauchgegenstände der Dalmatiner
Entstehung
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größeren flittergestickten Rosettenund Schildern und vielen buntenWollenquästchen geschmückt, sehrreich, doch ohne Überladungund ganz zum allgemeinen Stilpassend. Das Grabkreuz eines Mäd-chens trug außerdem einige jenerkünstlichen

Blumensträußchen,

wie sie die Rekruten auf denMützen tragen und die dortigenMädchen zum Kolotanz; dazu einewehende Pfauenfeder, das Symbolder blühenden Schönheit( Pfau derJuno). Die katholischen Fried-höfe um Verlika zeigen diesenmerkwürdigen Schmuck, und zwarwerden neue Kreuze alle Osternaufgestellt. In einer ähnlichenWeise dekoriert man das Zaum-zeug der Pferde, das ebenso wiedie Zügel aus schwarz- weiß ge-flochtenen Wollsträngenmacht wird.

ge

Mit Kaurimuscheln werden außer den hübschen Kanicas( Tafel 38) in manchen Orten nochBrustbesätze am Sadak und Träger-teile zum Anhaken von Gürtel undSchürze gestickt, bisweilen sehrhübsch und reich mit Glasperlendazwischen. Sonst sind Perlsticke

N.RUKA.

( N. Bruck- Auffenberg.)Auf dem Friedhof von Verlika: Grabkreuze aus Frauenhand-arbeit mit Stickerei.

reien nicht so häufig als in denanderen slawischen Ländern; nur

in der Herzegowina gibt es hübschgemusterte Halsborten an denHemden. Bisweilen stickt manSilbermünzen, mit radförmigenStichen festgehalten, auf den Brust-teil der Hemden ein.

Goldstickerei.

Imponierend wie nichtszweites in der Landestracht bleibtdie orientalische Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalische Pracht der Gold-stickereien im süddalmatinischenMännerkostüm. Die Autorin hatteGelegenheit, bei einer ländlichenHochzeit in der Bocche in Baoćićoder Gjenović- zu Gaste zu sein.Während die Frauen- von Hauseaus ein minder schöner Schlagin die jetztzeitlich provinzlerischeGewandung der unteren Volksschichten gekleidet gingen, trugensämtliche Männer ihre stolze, na-tionale Tracht. Wundervolle Leute;in brennendem Kirschrot, ganz mitGold bedeckt, die goldgestickte roteBocchesenmütze mit dem kleidsamen schwarzen Taffetseidenrandflott auf einem Ohr, besonders

prachtvoll die älteren Männer mit ihrer ruhigen Stattlichkeit und ihrem dignitären Benehmen. Dorfälteste, Gutsbesitzer, Bauern.Sie hielten ihre Tafelreden mit dem majestätischen Anstande der großen Parlamentarier, und auch inhaltlich sollen ihre Toastevortrefflich gewesen sein. Nachkommen der Krieger, Edelleute und Staatsmänner des königlichen Hoflagers von Risano! Siehalten an ihren edlen Traditionen fest, wie die Montenegriner. Ihre Kleider sind aber ebenso dauerhaft als kostbar und dieNationalschneider von Cattaro und Ragusa wahre Künstler ersten Ranges( Tafel 19, Seite 30, 50, 51). Je nach Alter, Stand und Vermögensverhältnissen mischen sich die Schnur- und Bortenstickereien dieser Kostüme mehr und mehr mit Schwarz, und jeweiter nördlich, desto verschwindender werden die Goldzusätze. Die absolute Vollendung der Arbeiten( auch für reiche Frauen-kleidung, siehe Tafel 44 und 45) ist an unseren Abbildungen ziemlich ersichtlich. Man denke aber nicht, das seien Ausnahms-leistungen. Es ist beinahe kein anderer Unterschied in den Stickereien als das Weniger oder Mehr an Verzierung oder dieQualität und Verwendung des Goldfadens, in dem es sehr viele Abstufungen gibt; oder aber die Ärmeren kaufen beim National-schneider, der immer gleichzeitig abgelegte Sachen in Umtausch nimmt, ihre gestickten Anzüge aus zweiter und dritter Hand.Gleichwertig gemacht ist alles. In Norddalmatien gibt es nur eine seltene Art goldgestickter Mützen, flitterbenäht, keineGoldstickerei im wirklichen Sinne; hie und da ein paar Goldpünktchen in einer alten Seidenstickerei- in Weise der ägyptisch-koptischen Metallsticktechnik mit eingeknoteten Silberblechstreifen- und sonst Flitter auf Tuchstickereien. Nur die VerlikanerMännertracht glitzert von eitel Gold und Silber: mit ihren prächtig golddurchwirkten Hemdbesätzen, mit silberner Kettenstickereiund Flitter überdeckten Strumpfgamaschen; Silberflitter in Menge auf den buntgestickten Mosaiktuchwesten wie auf weißenSommergilets, Silberflitter selbst auf Mützen und Mützenquasten, große Goldperlen endlich an der uralt seltenen Männerhaar-tracht mit dem langen awarischen Zopf! Das alles ist doch wahrlich ein Überrest aus einer glanzvollen Urzeit, so weit entfernt,daß sie gar nicht mehr geschichtlich registriert wurde.

Die Goldstickereien in dem Sinne der technisch freieren, von Frauen für Frauen gemachten Arbeiten beginnen erstauf den herzegowesischen Berghöhen. Dort, am meisten in Kruševica, oberhalb Castelnuovo findet man schon die gold-gestickten Ubrus und Marame, die Gürteltüchlein mit vier goldgestickten Ecken oder längliche Tücher mit goldgestickten Enden,auf Schleierstoff gearbeitet und bisweilen mit schmalen, genähten Goldspitzen, die den Rändern direkt eingearbeitet sind( Tafel 3 und 53);ebenso wichtige als wunderschöne Objekte, die aus dem Kirchengebrauche stammen, wo sie als Kelchtücher und zum Anfassender Monstranz verwendet werden. Echt ursprünglich byzantinische Kunst, Arbeiten, die im Volke die Rolle wichtiger, zauberkräftigerLiebesgeschenke und Liebesbotschaften spielen; so viel Derartiges die Verfasserin davon auch gesucht, gesammelt und mitbesonderer Vorliebe in griechischen Kirchen und bei Antiquaren studiert hat: nie waren zwei gleiche Stücke zu finden. DieAusführungen sind in Kunstwert, Muster und Goldqualität höchst verschieden; meistens werden die Effekte von flachemBlachegold, gedrehtem oder glattem Faden, glänzendem oder mattem Gold ausgenützt, seltener Gold und Silber vermischt.Über das Alter und den geradezu erhabenen Stil der Muster, wie sie auf Tafel 3 und 53 zu sehen sind, kann man nur mitEntzücken sprechen. Hie und da mischt sich farbige Seide darunter, wie auf dem reizenden Batistschleier aus dem Besitze der

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