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auch an der Mütze den Lands-mann. Männer und Mädchen tragendie gleichen Mützen; die Frau legtsie für immer ab. Die dalmatinische Mütze ist ein ganz besonderes Sinnbild des übergangs-weisen Begegnens von Ost undWest im Lande, Mittelding zwischentürkischem Fes und europäischerKopfbedeckung. Auf den Nord-inseln( Arbe, Pago) ist sie oftmalsschwarz, im nördlichen Festlandehalb schwarz, halb rot; je weitersüdlich, desto mehr verschwindetdie schwarze Stickerei, bis sie nurmehr ein Rändchen bildet unddie Mütze ist nur mehr( Seite 42.)
rot.
( G. W. Geßmann.)Mädchen aus Molini di Breno bei Ragusa.
ten Fes.
wieder das
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ein Zylinder!" Also wer etwas vonsich hält. Bäuerliche Standesper-sonen. Das mag die GeschichteVerlikas illustrieren. In Sinj trägtschon alles den Turban, in Imockiebenso; in Ragusa den unverfälschIn der Bocche wirdschmucke Mützchengetragen, aber in Ceriserot, mitStern und Halbmond in Gold ge-stickt und mit schwarzem Tafft-rand, ein exquisit kleidsames, vor-nehm aussehendes Ding, das auchdie eleganten jungen Leute zurmodernen Kleidung zu tragen lieben.Das raffiniert zierliche Kostüm derCanali gibt den Mädchen eine über-aus niedliche Mütze von goldge-sticktem Scharlachtuch( Seite 43,10).In Valle di Breno bei Ragusa wirddie„ Mütze" ein ganz absonder-liches Ding; so klein wie einPillenschächtelchen, wird sie mitSchmucknadeln und künstlichenBlumen clownmäßig schräg aufder Scheitelhöhe befestigt. Die dor-tigen Mädchen sind so berühmthübsch, daß sie sich dergleichenerlauben dürfen( Seite 48).süddalmatinischen Mützen,
Die
auch
für Frauen, machen die National-schneider, alle norddalmatinischendie Frauen( siehe Seite 12, 13). InSebenico ist der schönste Mützentyp( Tafel 42) und auch Hauptsitz dieser
In Sebenico tragenmanche Männer, besonders unterden Facchins und Fischern so kleineMützchen, wie für eine Puppe, aneiner Gummischnur schief ober dasOhr gesetzt. Die Fesquaste alsRudiment ist zu einem kleinenStückchen Franse oder Quästchen-besatz aus schwarzer Seide zu-sammengeschmolzen, der aber vonden hübschen, jungen Leuten mitungeheurer Koketterie getragenwird. In Verlika beginnt ein Teilder Männer ein Turbantuch umdie flache Mütze gewickelt zutragen. Auf die Frage nach derBedeutung sagte man dort: WieFrauenhausindustrie. Dort sieht man bisweilen seltene Prachtmützen mit Gold und bunter Stickerei bedeckt; in Verlika Männermützchen mit langen Prachtquasten, mit Silberflittern benäht. Die Bedeutung solcher besonderer Luxusmützen war nicht zu er-fragen; zum Hochzeitsstaat gehören sie auch nicht, sondern auffallend hübsche und eroberungslustige Burschen, ländliche Don Juans,tragen sie beim Kolotanz, um sich extra auszuzeichnen. In der Sammlung Lukašek befindet sich eine sehr schön gearbeitete Mützevon hoher Form, wie der spitze Fes der Derwische, mit einigen Quastenbüscheln, der rote Tuchstoff gänzlich mit feiner,schwarzer Stickerei bedeckt. Die Mütze eines Gemeindevorstehers. Diese Mützenformen sind so alte Überlieferungen, daßman daraus die geschichtlichen Vorgänge ablesen kann. In der Dinara bei Verlika gibt es alte Männer, die noch den asiatischen,langen Zopf aus den Awarenzeiten beibehalten haben! Im Hinterlande von Scardona, wo die Burg des Zrinji stand, pracht-volle alte Leute, welche die ungarischen Pandurenzöpfe an beiden Ohren tragen. Das hat Schreiberin dieses alles persönlichgesehen und sogar photographiert. Die norddalmatinischen Mädchen bedecken ihre Mützen vollständig mit alten Silber-münzen. Zur besseren Kleidung stecken sie noch künstliche Blumen und Pfauenfedern hinauf. In Verlika wird nur die halbeMütze mit Silbermünzen benäht, quer über die schwarz- rote Teilung, mit vielen bunten Kunstblumen geschmückt und mit denprächtigsten Filigrannadeln, Kettengehängen und weißen Tüllspitzenschleiern in der graziösesten, kokettesten Weise von derWelt auf den Zopfkronen der Mädchen arrangiert. Das ist schon wirkliche Toilettenkunst.
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Ungemein geschickt sind die Leute im Stricken. Männer, Frauen und Kinder tragen einen großen Teil des Jahres dashausgestrickte Leibchen. Wolle und Fasson der bäuerlichen weißen„ Maglia" können getrost mit den besten irländischenSweaters rivalisieren. Es ist dies auch ein Gebiet, welches der Exploitierung sicher wert wäre. Die Musterstrickkunst istallerorts in vorzüglicher Anwendung, um Cattaro herum macht man sogar vollständige Ajourspitzenstrümpfe, auch aus haus-gesponnener Seide, von der sich zu diesem Zwecke ganze Schürzen voll großer Knäuel bei den Frauen von Mulla und Dobrotagefunden haben. Was vollends in der nicht leichten Technik der eingestrickten farbigen Dessins geleistet wird, deren klassisch- edleMuster zur allerältesten Ornamentik im Lande gehören, das wird andeutungsweise an einem ganz bescheidenen Stücke aufTafel 33 gezeigt. Diese nur gemusterten, nicht auch gestickten Strümpfe sieht man bei Kindern und ärmeren Frauen, als ganzuralte Volkstracht. Die Dalmatinerinnen stricken auf südländische Weise, mit der im Gürtel festgesteckten Nadel, und fastimmer unterwegs im Gehen, meistens nur die älteren Frauen.
Etwas wahrhaft Rührendes sind die mit Handarbeit ausgeführten Grabkreuze der Armen( Seite 49), die ihren Liebenkeinen Stein kaufen können. Aus ein paar Holzstäben mit eigener Hand zusammengenagelt, werden diese dann mit buntenWollenfäden überwickelt, in wechselnden Farben und mit ausgeschnittenen Tuchblumen und Metallflittern, dann mit einzelnen
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