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Dalmatien und seine Volkskunst : Muster und Kunsttechniken aus altem Volks- u. Kirchengebrauch ; Spitzen, Stickarbeit, Teppichweberei, Schmuck, Trachten u. Gebrauchgegenstände der Dalmatiner
Entstehung
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Kolotänzer in Verlika.

( Momentaufnahme von Bruck- Auffenberg.)

Matratze mit der Begründung zurück, ihr Mann würde es niemals dulden, daß sie so ein Leben führen sollte, wie

die Stadtleute.

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Was aber von Geräten außer dem Hause gebraucht wird, kann nicht schön genug sein. Besonders was derMensch mit sich trägt, in der Hand hält oder gar am Leibe befestigt. Das wird dann als quasi zum Kostüm gehörig betrachtetund darum glänzend dekoriert, als bei der Gesamterscheinung mitwirkend. Darum wird auf die Tragtaschen( Torben) großeKunst gewendet, auch Packtaschen der Esel und Pferde, wohl auch Pferdedecken und bunter Zaumzeug, falls der Herr aus-reitet, wobei die Frau daneben die Lasten tragend zu Fuß geht. Waffen selbstredend, die ehedem den vornehmsten Schmuckdes Mannes bildeten heute sind diese von Regierungswegen abgenommen. Auch was der Mann sonst bei sich trägt:Pfeifen, Feuerzangen( zugleich Ladestock), um sich mit glühenden Kohlen den Tabak anzuzünden, Jagdrequisiten, die Taschedes Hirten für das Viehsalz, die Wetzsteinkufe des Schnitters, das Taschenmesser, die Musikinstrumente. Der Rockenstab,den die Frau im Gürtel stecken hat, um während des Gehens zu spinnen, ist ein unerschöpfliches Gebiet für immer neueKunstformen, eine Liebesgabe des Mannes par excellence. Desgleichen die dazugehörige Spindel ein gefährliches undgefürchtetes Zauberobjekt. Das Waschholz ditto; auch dieses ist nicht als Hausgerät gedacht, sondern man geht damitweit hinaus zum Bach oder ans Meer, kann dabei von anderen bewundert und beneidet werden. Eines der köstlichsten Objekteder Holzschnitzerei ist die Dasica, das Wickelholz für den Stickfaden. Wie schon oben gesagt, kann in den finsteren Häusernnicht gestickt werden, diese Arbeiten werden daher immer auswärts gemacht; hauptsächlich die Hirtinnen sticken beständig.Dabei tragen sie die Holzwickel mit den Abteilungen für verschiedenfarbigen Faden unter dem Hemde im Busen verborgen,auf der Herzseite. Wohl ein Grund für die kunstfertigen Hände ihrer schnitzenden Anbeter, um alle Erfindungsgabe unddeutungsreiche Symbolik und Zauberkraft der Ornamente gerade in diesen kleinen Gegenstand zu legen!( Tafel 62.) Auch derniedliche, originelle Taschenspiegel zugleich natürlich der einzige Toilettespiegel des Hauses, der aber nur irgendeinenScherben Spiegelglas enthält ist solch eine Gabe an die Umworbene. Zur Holzarbeit tritt bisweilen noch eine ganz köstlichschöne und wirkungsreiche Technik, die Vertiefungen mit Blei auszugießen( Tafel 5, 58, 68). Mit Zinn oder Blei werden schwerelederne Bauchranzen panzerartig beschlagen, in prachtvollen Mustern; desgleichen Strumpfbänder, Gürteltaschen, Tragriemen,lange Gürtelriemen( liter), die vier- bis fünfmal um den Leib gewickelt werden.

Das fabelhafte Geschick der dalmatinischen Feinmetall- und Bronzearbeiten hat Grund und Bestand in dem unentwegtallgemeinen Volksbedürfnis. So vielerlei die vorliegenden Blätter gerade davon zeigen, ist doch nur ein verschwindenderBruchteil der üblichen Formen als Auslese vorgelegt; es genüge das Beispiel, daß Frau Baronin Rubido- Zichy 76 Paareverschiedene dalmatinische Ohrringe besitzt, von denen zum Glück vieles hier gezeigt werden konnte. Ein ähnlicher Reichtumbesteht in den Formen der Knöpfe, Nadeln, Broschen, Gürtelschließen, Ketten usw. Und damit gelangen wir nun zu demWichtigsten: fast jede Form hat ihren bestimmen Distrikt. Bis zu gewissen Grenzen hin mischen sich Formen zweier Gegenden,doch wird jede Frau entschuldigend darauf hinweisen, warum sie ein nicht ortsübliches Schmuckstück trägt, daß sie durch einGeschenk, Erbschaft oder sonstwie dazu gelangt sei; sie wird es ausnahmsweise tragen, wenn sie es überhaupt jemals anlegt!

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