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VEREIN ZUR FURDER
DER SPITZEN HAUSINDUSTRIE
IN DALMATIEN.
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Ausstellung„ Das Kind", Rotunde: Der dalmatinische Pavillon.
mit Seide gestickten und gewebten Handarbeiten massenhaft angefertigt. Es steht außer Frage, daß dieses wahrhaft vor-nehme Beispiel berufen ist, die berghoch aufgetürmten Schwierigkeiten, die sich der Aktion zur Wiedereinführung derSeidenverarbeitung und Färbung mit den nationalen, licht- und laugenbeständigen Pflanzenfarben entgegenstellen, endlichzu beseitigen.
In allerletzter Zeit nun hat der Pfarrer Sergius Urukalo in Obbrovazzo, einem Hauptsitze norddalmatinischerKunst, es unternommen, aus eigener Initiative, aus eigenen Mitteln sogar und mit größter persönlicher Aufopferung dasmühevolle Werk einer Organisation und Verwertung der Arbeiten seiner Gegend zu unternehmen. Diese Schwierigkeiten sindum so größer einzuschätzen, weil infolge des Arbeitermangels die Löhne in Dalmatien sehr hoch stehen und man die Begriffevon Hausindustrie und Tagarbeit verwechselt, und weil außerdem die Leute, alle humanitären Bestrebungen für ihre Volkskunst miẞverstehend, den Wert ihrer Arbeiten gegenwärtig in ebenso maẞloser Weise überschätzen, als sie bisher maẞlosmiẞachtet worden waren.
Durch das Zusammenwirken so verschiedener Faktoren, von denen jeder in anderer Weise und mit eigensterschöpferischer Passion arbeitet, mußte nun endlich ein großes und verallgemeintes Interesse geschaffen werden.
Die allerersten Persönlichkeiten, die der Verfasserin bei den ersten Schritten zur Wiedereinführung der dalmatinischenSpitzen behilflich waren, Herr Statthaltereirat von Pichler in Spalato und seine Gemahlin Helene, wurden leider baldnachher durch ein tragisches Schicksal fast gleichzeitig von einem frühen Tode ereilt. Ohne dieses Unglück hätte sich allesrascher und leichter gestaltet. Frau von Pichler begründete das erste dalmatinische Lokalkomitee des Vereines in Spalatound sorgte mehr als ein Jahr lang für die kostenlose Unterbringung des ersten Fachkurses für Spitzenarbeit daselbst.
Unter Leitung und Initiative der Baronin Hedwig von Haas- Teichen und persönlicher Mitarbeiterschaft der ErzherzoginMaria Josefa ist in Wien, Waaggasse 12, in den zwei letzten Jahren ein Konfektionsatelier für die dalmatinischen Kunstarbeitenerrichtet worden, das in der Tat jetzt auf bestem Wege ist, den modernen anspruchsvollen Geschmack dennoch im Sinne ganznationaler Arbeit zu befriedigen; gleichzeitig werden Mädchen aus Dalmatien dort beschäftigt und auf diese Weise das Ver-ständnis für erfolgreiche Verwendung der Volkskunst ins Land getragen. Die vorhergegangenen Bestrebungen waren nochvon dem falschen Standpunkte ausgegangen, das Dalmatinische nur als Studienmaterial zu modernen Entwürfen zu benützen,und den Leuten Wiener Zeichnungen vorgedruckt und dutzendweise zur Ausführung zu schicken. In der stolzen Armut selbst-bewußter Künstler haben die armen Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber die Bestellungen zurückgewiesen! Das sei nicht dalmatinisch, sagten alle.- Mitdieser starken Kraftprobe darf man wohl überzeugt sein, daß das aus dem Boden Quellende sich aus allen falschen Verhältnissen in eine verständisvollere Zukunft gesund hinüberretten wird; denn leider verwirrt sich der Begriff der Hauskunst undHausindustrie, die brachliegende spielerische Kraft aus müßigen Stunden im Laufe der Jahre zu volkswirtschaftlichen Werten
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