bar ―, brachten die Komorner Tischler die gewohnte Blumen-zierde in einem geschnitzten Rahmen an( Abb. 17), bzw. in ande-ren Fällen überlagerten sie das mit Schnitzwerk vollständig aus-gefüllte Feld mit einem von diesem gänzlich unabhängigen bun-ten Blumenstrauß.
Der Zeitpunkt der Übernahme des Komorner Stils in Harta läßtsich in Kenntnis der Stilentwicklung von Komorn festlegen. Hie-bei muß auf alle Fälle in Betracht gezogen werden, daß sich aufden Hartaer Möbeln außer der für den zweiten Komorner Stilkennzeichnenden Blumengestaltung auch die dekorativen, roko-koartig geschwungenen und klassizistischen, girlandenförmiggeschnitzten Rahmen finden, und zwar in der für den Beginn des19. Jahrhunderts typischen vereinfachten und erstarrten Form.Das parallele Auftreten der zwei Komorner Stilphasen erleich-tert die Bestimmung jenes Zeitpunktes, an dem der KomornerEinfluß Geltung gewann: demgemäß dürfte die Beeinflussungim großen und ganzen mit den dreißiger Jahren des vorigenJahrhunderts abgeschlossen gewesen sein. Die Tatsache aber,daß die Hartaer die Mode, innerhalb der geschnitzten Rahmendie Farben fleckig aufzutragen, als Darstellungsmöglichkeitnicht mehr übernahmen, scheint zu bezeugen, daß sie bis dahindie dem zweiten Komorner Stil entsprechende Art der Blumen-bemalung in vollem Maße sich zu eigen gemacht hatten, undselbst aufgrund neuer Beispiel nicht mehr abändern wollten. Ichglaube, in der Annahme nicht fehlzugehen, daß es in Harta be-reits gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum Beginn der Blumen-bemalung auf Möbeln gekommen sein dürfte, also unmittelbarin der ersten Periode des wirtschaftlichen Aufschwunges derHartaer; diese Stilübernahme kann daher als eine typischeWohlstandsnovation betrachtet werden.
Angefügt sei außerdem, daß ab den achtziger Jahren des 18.Jahrhunderts bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts wie diesauch die statistische Untersuchung der sich im UngarischenEthnographischen Museum befindlichen datierten Möbel be-weist ― die volkstümlichen Prestigemöbel, in der Regel Heirats-gut bzw. für die heilige Hinterecke der Stube bestimmtes Mobi-liar, in Ungarn zahlenmäßig erstmals in bedeutenderem Maßezunahmen; dies muß, grob gesprochen, hauptsächlich der ge-gen Ende des 18. Jahrhunderts im ganzen Land aufkommendenGetreidekonjunktur zugeschrieben werden. 27) Dank dieses Auf-schwunges kam es offenbar nicht bloß in Harta zur Anfertigung
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