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Die Bauernmöbel von Harta : Erläuterungen zur Möbelstube der Ungarn-Deutschen in der Sammlung des Ethnographischen Museums Schloss Kittsee
Entstehung
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Bevölkerung nachweisen. Solche Lehnen waren in Hessen be-sonders häufig, aber auch in der Pfalz und im Elsaß verbreitet. 19)Die Forschungsergebnisse von Harta legen Zeugnis von der Be-liebtheit solcher Stühle, datiert aus der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts, ab; die hiesigen Varianten stehen denen aus demElsaß bekannten Varianten am nächsten, wobei das obere Herz-motiv das untere überlappt. 20) Diese Ähnlichkeit ist umso beach-tenswerter, zumal diese charakteristische Stuhllehne mit demDoppelherzmotiv bislang in anderen Gemeinden Ungarns nichtnachgewiesen werden konnte. Die in Harta mit diesem Motiv er-haltenen Stühle sind alle aus hartem Holz gefertigt. Sie sind im-mer unbemalt, entgegen den sie verdrängenden, bunt mit Blu-men bemalten Brettstühlen späterer Herstellung; Datierung undSignierung, so diese überhaupt vorhanden sind, schnitzte manmittels eines Messers flach in die Oberfläche. In dieser Formder Brettstuhllehnen finden frühere Traditionen offensichtlichihren Niederschlag.

Grundlegende Vorbedingung für die Bestimmung der Abstam-mung des Typs der Stuhllehnen mit Doppelherzmotiv ist es zubeweisen, daß die Verwurzelung und Verbreitung des Brettstuhl-typs mit ähnlich ausgeformten Lehnen in den deutschen Bau-ernhäusern erfolgte, also vor der Immigration nach Harta. Für ei-ne ziemlich frühe Ausstrahlung in Deutschland spricht die Tat-sache, daß in Schwaben, das bereits außerhalb des erwähntenGebietes liegt hier scheinen einerseits die Formvarianten ur-sprünglicher, andererseits ist der Stuhllehnentyp mit Doppel-herzmotiv stärker verbreitet ein die Schwundstufe aufwei-sendes Exemplar aus dem Jahre 1797 aufbewahrt wird; diesesbefindet sich in der Erhardschen Altertumssammlung in Schwä-bisch Gmünd.21) Es kann hinzugefügt werden, daß Karl Rumpfdie ,, Vorfahren" der in der Gegend des Frischen Haffs aufgefun-denen Varianten ebenfalls in das 18. Jahrhundert datiert und ih-re Herkunft mit der Ansiedlungstätigkeit Friedrich des Großenin Zusammenhang bringt. 22) Und obwohl größtenteils die Ansied-lung der Einwohner von Harta noch vor diesem Zeitpunkt abge-schlossen war sie erfolgte im wesentlichen um die Mitte des18. Jahrhunderts-, ist eine Verpflanzung durch einen Schnit-zerspezialisten, der mit der Gruppe der Elsässer hierher kam,nicht undenkbar.

Wenn wir aber auch voraussetzen, daß sich dieser einzige Mö-beltyp vererbt hat, so genügt dies durchaus nicht, um eine Vor-

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